Dienstag, 21. Mai 2024

Die Vorläufe am Sonntag

Jo Kleindl Katie Ledecky will in Tokio an ihre Erfolge anknüpfen.

100 Meter Rücken Frauen (mit Laura Riedemann)

Die Hallenserin Laura Riedemann war eine der acht DSV-Athleten, die die Olympiaqualifikation schon vor Beginn des zweiten Qualizeitraums im April sicher hatte. In Tokio gehört sie zu den 21 Schwimmerinnen, die in der Qualifikationsphase für die Spiele unter einer Minute schwammen, mit 59,82 Minuten bei der WM 2019 steht Riedemann auf dem 19. Platz der Meldeliste und wird sich für die nächste Runde wahrscheinlich etwas strecken müssen. Favoritin über 100 Meter Rücken ist die 20-jährige Kaylee McKeown. Bei den Trials in ihrer Heimat schwamm die Australierin in diesem Jahr Weltrekord (57,45 Sekunden). Wie der australische Verband mitteilte, wird McKeown bei den Spielen auf ihren Start über 200 Meter lagen verzichten, um sich auf die Rückenstrecken zu konzentrieren. Doch auch die ehemalige Weltrekordhalterin Regan Smith (USA) und Kanadierin Kylie Masse haben schon gezeigt, dass sie unter 58 Sekunden schwimmen können und auch Europameisterin Kathleen Dawson aus Großbritannien, Emily Seebohm (Australien) und die Niederländerin Kira Toussaint werden bei der Entscheidung mitreden wollen.

200 Meter Freistil Männer (mit Lukas Märtens und Jacob Heidtmann)

die 200 Meter Freistil sind für Lukas Märtens und Jacob Heidtmann bereits die zweite Olympiastrecke, am Samstag standen für Heidtmann bereits die 400 Meter Lagen auf dem Programm, wo er nach einem starken Rennen nur eine Hundertstel über seiner deutschen Rekordzeit blieb. Märtens startete bereits über 400 Meter Freistil. Bei seinem ersten Olympiastart belegte der Magdeburger den zwölften Platz. Über 200 Meter Freistil könnten beide es mit etwas Glück in die nächste Runde schaffen, Märtens steht auf dem 16. Platz der Meldeliste, Heidtmann liegt an Position 26. Zwischen der 15. und der 27. Meldezeit liegt jedoch nicht einmal eine Sekunde, erwischen die beiden Deutschen einen guten Tag, ist das Halbfinale greifbar.

Zwei Sekunden schneller als die Deutschen schwammen in diesem Jahr schon die Briten Duncan Scott (1:44,47 Minuten) und Tom Dean (1:44,58 Minuten), die hinter Danas Rapsys (Litauen) auf den Plätzen zwei und drei der Meldeliste stehen. Rapsys schwamm seine Zeit von 1:44,38 Minuten bereits im August 2019, in diesem Jahr schwamm er noch nicht unter 1:45,72 Minuten.

100 Meter Brust Frauen (mit Anna Elendt)

Über 100 Meter Brust ist die Amerikanerin Lilly King die klare Favoritin. Die Olympiasiegerin aus Rio und Weltrekordhalterin über diese Strecke schwamm bei den US-Trials im Juni in 1:04,72 Minuten nur 59 Hundertstel langsamer als bei ihrem Weltrekord, den sie bei der WM 2017 in Budapest aufstellte. Hinter King und ihrer Landsfrau Lydia Jacoby steht auch die umstrittene Russin Yuliya Efimova auf der Startliste, bei den Europameisterschaften im Mai gelang es ihr jedoch nicht, ihre Form der Vorjahre zu bestätigen.

Auch die deutsche Rekordhalterin Anna Elendt wird über 100 Meter Brust an den Start gehen. Bei den deutschen Meisterschaften im Mai zeigte die Frankfurterin zuletzt, dass ihr Training in den USA anschlägt, über 100 Meter Brust steigerte sie sich um eine halbe Sekunde und verbesserte den mehr als elf Jahre alten deutschen Rekord von Sarah Poewe. Kann sie diese Leistung in Tokio wiederholen, darf sich Elendt Hoffnungen aufs Halbfinale machen.

100 Meter Rücken Männer (mit Ole Braunschweig und Marek Ulrich)

Mit zwei deutschen Athleten starten die 100 Meter Rücken der Männer am Sonntag ab 13.19 Uhr deutscher Zeit. Marek Ulrich und Ole Braunschweig schwammen bei der Qualifikation zu den Olympischen Spielen nahezu gleichschnell, müssten sich aber noch etwas steigern, um eine Chance auf das Weiterkommen zu haben. Ganz oben auf der Startliste stehen die drei Medaillengewinner der WM 2019 Jiayu Xu aus China, der Russe Evgeny Rylov und Mitch Larkin (Australien), außerdem Weltrekordhalter Ryan Murphy aus den USA und 50-Meter-Weltrekordhalter Kilment Kolesnikov (Russland). Gerade einmal 26 Hundertstel trennen die fünf Athleten,

400 Meter Freistil Frauen (mit Isabel Gose und Leonie Kullmann)

Über 400 Meter Freistil steigt US-Star Katie Ledecky in die Olympischen Spiele ein. Ihr Ziel wird es sein, an ihre Erfolge der vergangenen Jahre anzuknüpfen und die Rennen über 200, 400, 800 und die dieses Jahr neuen 1.500 Meter Freistil für sich zu entscheiden. Das ambitionierte Vorhaben wird aber kein Spaziergang für die 24-Jährige. Australiens Ariarne Titmus schwamm in diesem Jahr bereits 2,35 Sekunden schneller als Ledecky und kam dem Weltrekord gefährlich nah. Titmus und Ledecky sind die einzigen Frauen im Feld, die bereits unter vier Minuten schwimmen konnten, Ajna Kesely aus Ungarn ist mit 4:01,31 Minuten nah an dieser Marke dran. Die beiden Deutschen Leonie Kullmann und Isabel Gose stehen bei ihres ersten Olympia-Einzelstarts im vorderen Mittelfeld der Startliste, erwischen sie einen guten Tag, ist es möglich, dass sie den Sprung unter die Top acht und ins Finale schaffen.

4 x 100 Meter Freistil Männer (mit Christoph Fildebrandt, Eric Friese, Marius Kusch, Damian Wierling)

16 Teams treten über 4 x 100 Meter Freistil der Männer an, für das DSV-Quartett geht es darum, unter die ersten acht zu schwimmen und so das Finalticket zu lösen. Die schnellsten Zeiten der Qualifikation stammen, wie fast nicht anders zu erwarten, von den Teams aus den USA, Russland und Australien.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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