Weltcup-Finale im Atlantik: In Setúbal kämpft Lea Boy um Podium und Preisgeld, während Jeannette Spiwoks ihr Comeback nach Schulter-OP gibt. Auch Florian Wellbrock und Oliver Klemet greifen noch einmal an.

Im portugiesischen Setúbal steht am Wochenende das Finale der Freiwasser-Weltcupsaison 2026 an – und für das deutsche Team geht es dabei nicht nur um Platzierungen, sondern auch um gutes Preisgeld. Der Deutsche Schwimm-Verband schickt vier Athletinnen und Athleten ins Rennen.
Besonders im Fokus steht dabei Lea Boy, die als Gesamtdritte in die letzten beiden Entscheidungen geht. Über zehn Kilometer startet die Würzburgerin am Samstag um 12:00 Uhr mit realistischen Chancen auf Rang zwei in der Gesamtwertung. „Zwischen Platz zwei und vier ist alles eng beieinander“, sagt Boy. Hinter der dominierenden Australierin Moesha Johnson und der Spanierin Angela Martinez Guillen liegt die Deutsche aktuell auf Rang drei.
35.000 US-Dollar für Platz drei
Sportlich wie finanziell hat das Finale Gewicht: Für den dritten Gesamtrang winken 25.000 US-Dollar, für Platz zwei noch einmal 10.000 Dollar mehr. Boy reist entsprechend ambitioniert an. „Zuletzt lief es im Training ganz gut bei mir, ich bin ohne Krankheitsausfälle durchgekommen. Das ist auch gut so, denn es geht schon um einiges Preisgeld“, so die 26-Jährige.
Auch die Bedingungen im Atlantik könnten typisch anspruchsvoll werden. Trotz erwarteter 30 Grad Lufttemperatur rechnet Boy mit Wellen und möglicherweise kaltem Wasser: „Wellen sind dort eigentlich immer, egal wie das Wetter ist. Und das Wasser ist auch noch ziemlich kalt, es kann also auch ein Rennen im Neopren werden. Aber das ist mir letztlich egal.“
Spiwoks vor Comeback nach langer Pause
Neben Boy steht auch Jeannette Spiwoks im deutschen Aufgebot – für sie ist Setúbal eine Rückkehr in den Wettkampfsport. Nach einer Schulteroperation und rund zehn Monaten Pause kehrt die 27-Jährige ins internationale Feld zurück.
„Ich musste neu schwimmen lernen, mir die volle Bewegung wieder erarbeiten“, beschreibt Spiwoks ihren Weg zurück. Im Training hat sie inzwischen wieder bis zu 70 Kilometer pro Woche absolviert und bereits einen 10-Kilometer-Belastungstest hinter sich. Große Erwartungen stellt sie nicht an das Rennen: Im Vordergrund steht das Wiederfinden des Wettkampfgefühls.
Spiwoks verfolgt langfristig ein klares Ziel: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Dafür nutzt sie die kommenden Monate mit Starts im Europacup in Barcelona und beim Weltcupauftakt der nächsten Saison in Cancún, um sich Schritt für Schritt zurück in die Weltspitze zu arbeiten. Zudem stehen die Pan Pacific Games auf dem Plan, um die Olympiastrecke in Los Angeles kennenzulernen.
Wellbrock und Klemet aus dem Höhentraining
Bei den Männern greifen Florian Wellbrock und Oliver Klemet ins Geschehen ein. Beide unterbrechen dafür ihr Höhentrainingslager in der Sierra Nevada in Spanien, wo sie sich gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Berkhahn auf die kommenden Saisonhöhepunkte vorbereiten.
Für Wellbrock ist der Weltcup ein Auf und Ab. Der vierfache Weltmeister hatte den Auftakt in Ägypten gewonnen, verpasste jedoch durch Krankheit wichtige Punkte.
Das Männerrennen startet am Samstag um 17:30 Uhr, ehe am Sonntag die Knockout-Sprints folgen.
