Gose schneller als Köhler, starker Wellbrock | 33 DSV-Asse sorgen für “runde Veranstaltung”

Elbeschwimmhalle statt Tokio: Für einige Olympia-Kandidaten gab es am Wochenende in Magdeburg den ersten Wettkampf-Test seit Monaten. Viel lieber wären Wellbrock & Co. genau jetzt vermutlich bei den ursprünglich geplanten Spielen am Start gewesen.

Ein Wettkampf mit gerade einmal 17 Schwimmerinnen und 16 Schwimmern – kann das funktionieren? Es scheint so. Jedenfalls boten die 33 Aktiven aus zehn Vereinen, allesamt DSV-Kaderschwimmer, durchweg starke Leistungen beim ersten Bundesstützpunkt-Wettkampf des SC Magdeburg. Bundestrainer und SCM-Coach Bernd Berkhahn zeigte sich mehr als zufrieden über die “runde Veranstaltung” in der Elbeschwimmhalle. “Auch dass die Hygienekonzepte gut funktionieren, schürt Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen des DSV, die wir ja für eine Olympiavorbereitung dringend brauchen.“

Gose zieht an Stockbauer vorbei

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Vor allem nutzten natürlich die Magdeburger Olympia-Aspiranten die erste echte Wettkampfmöglichkeit seit Monaten. Allen voran machte Isabel Gose klar, dass mit ihr im kommenden Jahr zu rechnen ist. Die 18-Jährige entschied die Rennen über 200 und 400 Meter Freistil für. In 4:06,38 Minuten über die 400-Meter-Distanz verbesserte Gose nicht dabei nur den deutschen Altersklassenrekord. Sie schwamm auch schneller als Hannah Stockbauer (4:06,75 min im Jahr 2003), wodurch sie nun nach Sarah Köhler (4:03,96 min) die zweitbeste deutsche Schwimmerin der Geschichte über diese Distanz ist. In Magdeburg brachte Köhler 4:11,53 Minuten ins Wasser. Die Olympianorm über 400 Meter liegt bei 4:07,50 Minuten.

Über 200 Meter lieferte Gose 1:57,97 Minuten ebenfalls eine herausragende Leistung ab. Über dieselbe Strecke schlug bei den Männern der Magdeburger Lukas Märtens als Schnellster an. Er schwamm in 1:48,21 Minuten persönliche Bestzeit und könnte mit einer weiteren Steigerung ein Kandidat für deutsche 4×200-Meter-Staffel werden. Der 19-Jährige gewann außerdem über in 1:59,32 Minuten über 200 Meter Rücken und schlug über 100 Meter Rücken (55,27 s) als Zweiter an. Hier gewann Marek Ullrich nach über zweijähriger Abstinenz vom Wettkampfbecken in 54,71 Sekunden. Der Sachse kam seiner Bestzeit von 54,27 ziemlich nah. In Richtung Tokio 2021 auch auf dem richtigen Weg ist offenbar David Thomasberger, der Leipziger glänzte über 200m Schmetterling in starken 1:57,10. Zur Olympianorm fehlen nur noch acht Zehntelsekunden.

Wellbrock will angeln

Und die WM-Medaillengewinner Sarah Köhler und Florian Wellbrock? Die spulten wie gewohnt ihr Langstrecken-Programm ab. Aushängeschild Wellbrock konnte dabei mit starken Zeiten über 400 (3:46,99 min), 800 (7:51,46 min) und 1.500 Meter Freistil (14:53,62 min) auftrumpfen. Der 22-Jährige kam damit auf den beiden längeren Distanzen jeweils bis auf wenige Sekunden an seine Saisonbestzeiten aus der Vor-Coronazeit heran. Köhler siegte über 1.500 Meter Freistil (16:03,09 min) und 800 Meter Freistil (8:32,89) jeweils mit deutlichem Vorsprung. “Das war ein guter Abschluss dieser Saison, mit stärkerer Konkurrenz wäre es wohl auch noch schneller gegangen”, fasste Bernd Berkhahn die Resultate zusammen.

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Zumindest für Wellbrock wird es auch im Urlaub feucht zur Sache gehen. Der Doppel-Weltmeister von 2019 verriet der Magdeburger Volksstimme wohin er im August verreist: zum Angeln ins Saarland. Er will dort seinen Angelschein machen.

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