Dienstag, 16. Juli 2024

Weltklassezeiten und Peaty-Comeback in Berlin | Köhler und Schwarz sorgen für Highlights

Mit drei Wettkampftagen in der Hauptstadt wurde die Weltcup-Serie 2023 eröffnet. In der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark konnten die Fans einige starke Leistungen bestaunen, Angelina Köhler und Sven Schwarz sorgten für zwei deutsche Podestplätze.

Sven Schwarz
Peter Jacob Über 1.500 Meter Freistil schwamm Sven Schwarz auf den zweiten Platz.

Kaum hat die olympische Saison begonnen, geht es im Schwimmbecken wieder heiß her. Viele internationale Stars folgten der Einladung des Weltverbands World Aquatics, um sich beim Auftakt der Weltcup-Serie in Berlin zu messen.

Köhler und Schwarz auf Platz zwei

Über 1.500 Meter Freistil sorgte Sven Schwarz für die beste deutsche Platzierung bei den Männern. In Abwesenheit des erkrankten Florian Wellbrocks schlug der Hannoveraner nach 15:01,17 Minuten als Zweiter an, schneller war nur der Amerikaner Charlie Clark, der in 14:59,21 Minuten als einziger unter der 15-Minuten-Marke blieb. „Mit der Zeit habe ich nicht gerechnet, die ist schon echt stark. Das gibt ein gutes Gefühl für die kommende Saison“, sagte Schwarz. Vier Wochen nach dem Saisoneinstieg gibt die Leistung sicher etwas Rückenwind für die Spiele in Paris. Mit seiner Zeit verpasste Schwarz die Olympianorm um nur 18 Hundertstel. Ein Selbstläufer wird die Qualifikation auf der stark umkämpften Langstrecke allerdings nicht. Zwar wird Lukas Märtens die längste Beckendistanz nach Aussage seines Trainers Bernd Berkhahn nicht in Paris schwimmen, mit Wellbrock und dem Frankfurter Oliver Klemet gibt es in Deutschland aber noch zwei weitere Anwärter auf die beiden Olympiatickets. Klemet kam in Berlin in verhaltenen 15:18,92 Minuten als Vierter ins Ziel.

Ebenfalls auf Platz zwei schwamm Angelina Köhler. Nachdem die Sprinterin über 50 Meter Schmetterling beim Sieg von Sarah Sjöström (25,06 Sekunden) in 25,94 Sekunden noch knapp das Podest verpasste (Platz vier), legte sie über die doppelte Distanz nach. In 57,18 Sekunden blieb die 22-Jährige nur 13 Hundertstel über ihrem eigenen deutschen Rekord, den sie bei den Weltmeisterschaften in Fukuoka aufgestellt hatte. Ein starkes Zeichen Richtung Paris.

Peaty bei Comeback auf Platz sechs

Isabel Gose belegte über 400 und 800 Meter Freistil jeweils den vierten Platz, über 200 Meter wurde sie zudem Sechste. „Ich bin happy. Ich hatte hier nichts zu verlieren und bin froh, dass es noch ein bisschen schneller ging als heute früh. Die 200 Meter fühlen sich an wie ein Sprint, da muss ich immer aufpassen, dass ich mich am Anfang nicht zu sehr aus der Ruhe bringen lasse und stattdessen versuche, meine Stärken auszuspielen, aber trotzdem Dampf mache“, sagte sie.

Für Weltklassezeiten sorgten die internationalen Gäste, allen voran setzte der Chinese Qin Haiyang ein Achtungszeichen. Der 200-Meter-Brust-Weltrekordhalter entschied alle drei Bruststrecken für sich und war über 100 Meter in 57,69 Sekunden genauso schnell wie bei den Weltmeisterschaften im Sommer. Dabei distanzierte er auch Brustspezialist Adam Peaty (59,86 Sekunden) deutlich. Der Brite, der nach einer längeren Pause mit dem Fokus auf seine mentale Gesundheit sein Wettkampfcomeback gab, wendete zur Hälfte des Rennens noch auf Platz zwei, musste aber seinen Konkurrenten auf der zweiten Bahn den Vortritt lassen. Über 50 Meter schwamm Peaty hinter Haiyang (26,29 Sekunden) und Arno Kamminga (26,97 Sekunden) auf den dritten Platz (26,98 Sekunden).

Weltcup geht weiter

Ihren ersten internationalen Wettkampf seit den Olympischen Spielen in Tokio bestritt Cate Campbell. Die australische Sprinterin musste sich über 50 Meter Freistil in 24,11 Sekunden lediglich Sarah Sjöström (23,95 Sekunden) geschlagen geben, später sicherte sie sich mit der australischen Staffel den Sieg über 4 x 100 Meter Freistil. Ihr Split von 53,17 Sekunden lässt vermuten, dass die 31-Jährige in der kommenden Saison auf dieser Distanz erneut eine Anwärterin auf die vorderen Plätze sein dürfte.

Nach dem Weltcup-Auftakt in der SSE geht es für die Schwimmerinnen und Schwimmer weiter nach Athen (13. bis 15. Oktober) und Budapest (20. bis 22. Oktober). Alle Ergebnisse aus Berlin gibt es hier.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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