Donnerstag, 23. Mai 2024

Unter 1 Minute und andere Bestmarken | Schallmauern des Kraulschwimmens

Die Eine-Minute-Marke ist auch 100 Jahre nach Johnny Weissmuller noch immer der Traum vieler Schwimmer. Und es gibt noch mehr magische Zeiten.

ISHOF

100 Meter Freistil in 1 Minute

Von 1:04,6 auf 1:00,2 Minuten hatte Dawn ­Fraser den 100-Meter-Weltrekord bis 1960 verbessert, dann biss sich die vierfache Olympiasiegerin an den letzten beiden Zehnteln fast die Zähne aus. Zweieinhalb Jahre dauerte es, bis die Uhren am 27. Oktober 1962 bei einem Meeting in Melbourne endlich die ersehnten Ziffern anzeigten: 59,9 Sekunden. 1999 wurde Fraser in Australien zur besten Sportlerin des 20. Jahrhunderts gewählt.

Frank Wechsel

200 Meter Freistil in 2 Minuten

Ein absoluter Ausnahmeschwimmer musste her, um diese Marke zu knacken. Don Schollander befand sich 1963 noch ganz am Anfang seiner Schwimmkarriere, als er bei einem 200-Meter-Rennen in Los Angeles in 1:58,8 Minuten als Erster unter zwei Minuten blieb. Der in seiner Karriere mit insgesamt fünf olympischen Goldmedaillen dekorierte US-Amerikaner verbesserte den Weltrekord bis 1968 noch acht Mal bis auf 1:54,3 Minuten. Dann machte er Platz für Mark Spitz. Seit 2009 hält Paul Biedermann den Rekord in 1:42,00 Minuten. Auf der Kurzbahn benötigte der Hallenser in 1:39,37 Minuten als erster Mensch weniger als 100 Sekunden.

ISHOF

100 Meter Freistil in 1 Minute

Was ­Johnny ­Weissmuller am 9. Juli 1922 mit seinem eigenwilligen Schwimmstil, dem American Crawl, in 58,6 Sekunden als Erstem gelang, ist bis heute ein ­bedeutendes Etappenziel vieler Schwimmer geblieben. Der Moment, wenn nach dem Anschlag das erste Mal die Null vor der Minute steht: unbezahlbar!

Daniel Kopatsch

400 Meter Freistil in 4 Minuten

Fast 20 Jahre hatte der 400-Meter-Rekord von Janet Evans Bestand, dann ließen Hightech-Anzüge die Bestzeiten purzeln. Schließlich war es ­Federica Pellegrini, die 2009 im WM-­Finale von Rom mit 3:59,15 Minuten die Schallmauer durchbrach. Seit März hält die 16-jährige Summer McIntosh aus Kanada den Weltrekord in 3:56,08 Minuten.

LEN

100 Meter Freistil in 50 Sekunden

Vor 40 Jahren sprintete James Montgomery bei den Olympischen Spielen in ­Mon­treal in ein neues Zeitalter. Einen Tag nach seinem Weltrekord im Halbfinale (50,39 Sekunden) schlug der damals 21 Jahre alte US-Amerikaner bei seinem Olympiasieg nach exakt 49,99 Sekunden an. Bis heute trennt die 50-Sekunden-Marke die absoluten Topschwimmer vom Rest der Welt. Schnellster ist seit 2022 David Popovici aus Rumänien (46,86 Sekunden).

Frank Wechsel

1.500 Meter Freistil in 15 Minuten

Einmal 100 Meter in 60 Sekunden ist schon schwer genug – die besten Langstreckenschwimmer der Welt schaffen das 15-mal hintereinander. Die russische Ausdauer-Ikone Wladimir Salnikow war 1980 der Erste, der die 15-Minuten-Barriere über 1.500 Meter Freistil durchbrach. Inzwischen halten die Besten einen 58-Sekunden-Schnitt über die 30 Bahnen. Sieben Deutsche gehören dem Sub-15-Club an: Florian Wellbrock, Lukas Märtens, Oliver Klemet, Sven Schwarz, Jörg Hoffmann, Ruwen Straub und Stefan Pfeiffer.

Peter Jacob

800 Meter Freistil in 8 Minuten

Einen spektakulären Weltrekord über 800 Meter sahen die Zuschauer 2013 beim Kurzbahn-Weltcup in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle. Wie ein Uhrwerk spulte Mireia Belmonte Garcia ihr Rennen ab; jeden 50er schwamm die Spanierin in konstant 30 Sekunden. Dank eines starken Finishs stoppte die Zeit im Ziel nach 7:59,34 Minuten.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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