Mindestens 26 Grad nötig
Kaltes Wasser macht Schwimmenlernen problematisch

Die ersten Schritte ins Wasser kosten Kinder oft etwas Überwindung. Ist das Wasser zu kalt, könnten für Schwimmkurse noch andere Probleme hinzukommen.

Schwimmbad
dreamstime.com (Dmytro Zinkevych)

Große Wassermengen aufzuheizen, kostet viel Energie. Insofern sind die aktuellen Energiesparmaßnahmen in vielen Schwimmbädern nachvollziehbar. Schon im Frühjahr hatte die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) in einem Leitfaden empfohlen, die Beckentemperatur um zwei Grad Celsius zu senken. So könnten laut Verband 25 Prozent Energie gespart werden. Damit sollten unter anderem erneute Schwimmbadschließungen, wie es sie in den Jahren 2020 und 2021 gab, verhindert werden.

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Zu kalt für Schwimmkurse

Doch auch wenn die Schwimmbäder geöffnet bleiben, bringen die geringeren Wassertemperaturen einige Schwierigkeiten mit sich. Christian Hansmann, Leistungssportdirektor im Deutschen Schwimm-Verband erklärte, dass das Wasser nicht zu kalt werden dürfe, da sonst leistungsorientiertes Schwimmtraining nicht mehr möglich sei. Ein anderes Problem ist außerdem die Anfängerausbildung. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) befürchtet, dass nun noch weniger Kinder schwimmen lernen. Mindestens 26 Grad sollte das Wasser laut DLRG haben, um Schwimmkurse durchführen zu können, ansonsten müssten andere Ausbildungskonzepte mit weniger Zeit im Wasser her. “Von Babyschwimmen oder Wassergewöhnung brauchen wir hier gar nicht zu sprechen, dafür wäre das natürlich undenkbar – da sollten es wenigstens 30 Grad und mehr sein”, sagt DLRG-Sprecher Christopher Dolz. Schon bei einer Wassertemperatur unter 35 Grad Celsius beginne der Körper langsam auszukühlen.

Auch Olympiasieger Florian Wellbrock sieht niedrige Wassertemperaturen in der Schwimmausbildung problematisch. “Wie will man da einem Fünf- oder Sechsjährigen beibringen, dass der jetzt ins kalte Wasser gehen muss und Spaß dabei haben soll, schwimmen zu lernen? Das ist aus meiner Sicht nicht möglich”, sagt er. Die DLRG merkte an, dass Kinder möglicherweise länger brauchen, um Schwimmen zu lernen, weil sie schneller anfangen zu frieren. Dennoch seien kalte Schwimmbäder immer besser als geschlossene Schwimmbäder.

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2 Kommentare
  1. Stefanie Hoskovec

    Ich habe nichts gegen kaltes Wasser aber eine gewisse Temperatur sollte es nicht unterschreiten. Ich schwimme auch im Winter draußen wenn es möglich ist, aber man sollte die Grenzen nicht überschreiten und nicht am falschen Ende sparen.

  2. Julia

    Mittlerweile ist der Stau bei Schwimmkursen immens groß! Die Schließungen und ausgefallenen Kurse aufgrund von Corona haben lange Wartelisten hinterlassen. Weniger Schwimmlehrer wurden ausgebildet… Alles hat einen langen Rattenschwanz. Jetzt die Temperaturen zu senken spart Energie, ja. Aber meiner Meinung nach ist es sparen am falschen Ende. Die Kinder sind verkrampft im kalten Wasser und trauen sich nicht rein bzw. wollen schnell raus. Eine Gesellschaft, die nicht schwimmen kann, birgt große Gefahren!!

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