Samstag, 25. Mai 2024

DSV befürchtet Probleme im Trainingsbetrieb

Schwimmbad
Frank Wechsel / spomedis

Um in der Energiekrise Kosten zu reduzieren, haben einige Badbetreiber bereits die Wassertemperatur in ihren Schwimmbädern gesenkt. Damit sollen Badschließungen wie zur Zeit der Coronapandemie vermieden werden. Für den Leistungssport sieht der Deutsche Schwimm-Verband diese Entwicklung kritisch. „Ein Schwimmer, der zweimal am Tag zwei Stunden im Wasser ist, der kann bei 25 Grad nicht leistungsorientiert schwimmen. Das ist einfach zu kalt. Das Verletzungsrisiko steigt, Erkältungen häufen sich“, sagte DSV-Leistungssportdirektor Christian Hansmann der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sollte man zuerst beheizte Außenbecken abschalten, danach Freizeitbecken und Saunen nicht mehr öffnen.

Problem in der Breite, Gefahr für die Spitze

Einige Kommunen haben ihre Schwimmbäder schon geschlossen, mancherorts stimmen sich Gemeinden ab, um nur ein Schwimmbad offenzulassen. „Natürlich ist unsere Sorge groß, dass wir nach der Coronakrise in die nächste große Notlage schlittern, vor allem der Vereinssport, wenn Bäder schließen müssen“, so Hansmann. Erneute Schwimmbadschließungen beträfen aber nicht nur den Vereinsbetrieb, auch Schwimmunterricht an Schulen oder Schwimmkurse könnten nicht stattfinden. Eingriffe in die Schwimmbadlandschaft in Deutschland beträfen die „breite Basis“. „Da sehe ich eine große Gefahr, dass wir in einigen Jahren niemand mehr in die Spitze bekommen, weil die Trainingsbedingungen sich weiter verschlechtern.“

Auch die Bäderallianz, der Zusammenschluss führender Verbände und Institutionen des Badewesens und Schwimmens in Deutschland will Schwimmbadschließungen unbedingt vermeiden. Sollte es dennoch dazu kommen, schlägt der Verband einen Drei-Stufen-Plan vor. Demnach sollen zunächst „hochtemperierte Außenbecken“ und dann freizeitorientierte Schwimmbecken außer Betrieb genommen werden. Erst danach plädiert der Verband für eine Reduzierung der Wassertemperatur.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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