Energy Standard holt Titel
Umstrittene Disqualifikation bei der Brust-Wende entscheidet ISL-Finale

Sieger der International Swimming League ist Energy Standard. Mit zwölf Punkten Vorsprung setzte sich das Team um Sarah Sjöström gegen die Vorjahressieger Cali Condors durch.

Mine Kasapoglu / ISL Energy Standard hat das Finale der dritten ISL-Saison für sich entschieden.

Das Schwimmteam von Energy Standard hat zum zweiten Mal die International Swimming League gewonnen. Nach zwei Finaltagen in Eindhoven siegte die Mannschaft um Superstar Sarah Sjöström am Wochenende mit 14 Punkten Vorsprung. Die Cali Condors, Champion der vergangenen Saison und mit den drei deutschen Schwimmerinnen Marie Pietruschka, Leonie Kullmann und Kathrin Demler, belegten den zweiten Rang. Als einziger deutscher Schwimmer war Christian Diener im Finale vertreten. Er schwamm mit seinem Team London Roar auf Platz drei. Vierte wurden die LA Current.

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Sjöström-Weltrekord gebrochen

Für das sportliche Highlight des Finals sorgte Kelsi Dahlia von den Cali Condors gleich im ersten Rennen. Die US-Amerikanerin verbesserte in 54,59 Sekunden Sjöströsm Kurzbahn-Weltrekord über 100 Meter Schmetterling um 0,02 Sekunden. Die Schwedin selbst schlug zwei Bahnen weiter erst als Vierte an. Mit diesem Rückenwind gingen die Condors in die weiteren Wettkämpfe und führten die Gesamtwertung lange an.

Umstrittene Disqualifikation

Auch mit der 4×100-Meter-Lagen-Staffel der Frauen schlugen die Condors als Erste an. Eine Disqualifikation dämpfte den Jubel über den Sieg aber schnell. Brustschwimmerin Lilly King soll bei der 75-Meter-Wende nur mit einer Hand angeschlagen haben. Das Video, mit dem die Liga die Disqualifikation belegen will, gibt allerdings keine klare Antwort. Doch Kampfrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen, einen Videoassistenten wie beim Fußball gibt es nicht. Für die Condors war die Disqualifikation ein harter Schlag: Sie verloren nicht nur die Punkte für den vermeintlichen Staffelsieg, als Strafe für die Disqualifikation wurden der Mannschaft auch noch vier Punkte abgezogen. Der Staffelsieg ging stattdessen an die Frauen von Energy Standard, die damit das erste Mal im Finalmatch die Führung übernahmen. Mit dem Staffelsieg gewann Energy Standard auch die Entscheidung über die Schwimmart in den Ausscheidungsrennen am Sonntag. Die Wahl fiel auf Rücken.

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Mit 271 Punkten führte Energy Standard das Ranking zur Halbzeit vor den Cali Condors mit 250 Punkten an. Auf dem dritten Platz übernachtete London Roar mit 206 Punkten vor LA Current, die am ersten Wettkampftag 171 Punkte erkämpft hatten. Am zweiten Wettkampftag ging es spannend weiter und mit 18 Punkten Vorsprung für Energy Standard ging es in die entscheidenden Skin-Races. Bei den Frauen siegte Minna Atherton für die Löwen, Platz zwei ging an Energy-Schwimmerin Anastasiya Shurdai, was Energys Vorsprung auf 27 Punkte wachsen ließ. Bei den anschließenden Skins der Männer war US-Star Caeleb Dressel gefragt. Mit seinen Siegen in zwei der drei Runden verkürzte er den Rückstand auf Energy noch auf zwölf Punkte. Mehr war für den Titelverteidiger nicht drin.

Der Endstand der ISL 2021:

  1. Energy Standard (534 Punkte)
  2. Cali Condors (522 Punkte)
  3. London Roar (393,5 Punkte)
  4. LA Current (305,5 Punkte)

Peaty streikt

Für Diskussionen sorgte das Fernbleiben von Olympiasieger Adam Peaty. Der eigentliche Star der London Roar klagte über noch ausstehende Zahlungen aus der vorherigen Saison. Nachdem der Brustschwimmer schon während der Vorrunde zugunsten einer TV-Tanzshow in seiner Heimat nicht mitgeschwommen war, verlängerte er seine Auszeit und verbrachte die Zeit mit seiner Familie.

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