WM-Zweite Sarah Köhler | “Die Zeit hat mich überrascht”

Alles andere als “perfekt” fand Sarah Köhler ihr 1.500-Meter-Finale bei der WM in Gwangju, dabei gewann sie Silber und schwamm deutschen Rekord. Was die Frankfurterin nach dem Rennen sagte.

WM-Silber und deutscher Rekord in 15:48,83 Minuten. War das ein perfektes Rennen? Ich hoffe nicht, dass es das war, und es hat sich ehrlich gesagt schlechter angefühlt als gestern im Vorlauf. Deswegen war ich nach dem Anschlag über die 15:48 mehr als überrascht. Natürlich wollte ich noch was draufpacken. Ich denke, dass nach der Absage von Katie alle in der Mitte mit der Goldmedaille geliebäugelt haben. Ich dachte nicht, dass die Chinesin nochmal so schnell schwimmt, weil die im Vorlauf für ihre Verhältnisse eher schwach war. Nachdem die Italienerin weg war, wollte ich nur noch den Abstand nach hinten halten. Das hat funktioniert.

Welche Taktik hatten Sie sich für das Finale zurecht gelegt? Der Plan war, so lange es geht mitzuschwimmen. Wir hatten einen Dreikampf mit der Ungarin und der Amerikanerin erwartet. Die waren dann relativ schnell weit hinten. Es wurde dann ein Kampf gegen mich selbst.

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Jo Kleindl Sarah Köhler zieht an der Chinesin vorbei auf Rang zwei.

Mussten Sie über Grenzen gehen, wie Sie nach dem Vorlauf sagten?Definitiv, sonst wäre ich diese Zeit nicht geschwommen. Ich hoffe, dass es nächsten Jahr noch etwas schneller wird.

Waren Sie erschreckt, als Sie von Ledeckys Absage erfuhren? Erschreckt nicht. Man muss natürlich sagen, wäre sie geschwommen, hätte sie gewonnen, selbst mit den gesundheitlichen Problemen. Ihr Bestzeit vom letzten Jahr steht bei 15:20. In dem Fall wäre es für mich Bronze gewesen. Mit einer Katie Ledecky auf dem Podest zu stehen, wäre auch nicht das Schlechteste gewesen. Ich wünsche ihr, dass es ihr zu den 800 Metern wieder gut geht und sie starten kann.

Ihr Coach Bernd Berkhahn war nach dem Vorlauf gar nicht begeistert von Ihrer Schwimmtechnik. Habe Sie daran noch arbeiten können? Wir haben im Training ein paar Technikübungen gemacht. Aber ich glaube das war schlimmer als im Vorlauf, jedenfalls hat es sich so angefühlt. Ein Jahr Zeit habe ich ja noch, daran zu arbeiten, damit die Technik nicht nur im Training sitzt.

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