Extremschwimmerin Nathalie Pohl hat die italienische Insel Capri auf einer 16 Kilometer langen Strecke umrundet.
Nathalie Pohl hat ihrer Karriere als Extremschwimmerin ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Die 31-Jährige umrundete die italienische Mittelmeerinsel Capri auf einer Distanz von 16 Kilometern in 4 Stunden und 8 Minuten. Nach Angaben der Marathon Swimmers Federation (MSF) war zuvor noch kein Mensch die Strecke unter offiziellen Open-Water-Bedingungen geschwommen. Im Oktober 2025 war Pohl zusammen mit dem Australier Andrew Donaldson um Ibiza geschwommen. Auf den rund 104 Kilometern wechselten sich die beiden jede Stunde beim Schwimmen ab und waren insgesamt etwa 31 Stunden unterwegs.
Im Golf von Neapel startete die erste deutsche Ocean’s-Seven-Schwimmerin im Norden Capris beim Hafen von Marina Grande. Von dort schwamm sie gegen den Uhrzeigersinn um die Insel. Die besondere Herausforderung bestand für Pohl aber weniger in der Distanz. Da eine offizielle Umrundung Capris bislang nicht dokumentiert war, fehlten Vergleichswerte für die Vorbereitung. Zudem machten bei dem Schwimmen, das bereits am 19. Juni stattfand, wechselnde Strömungen entlang der Steilküste die Strecke anspruchsvoll.
Spenden für die Schwimmförderung
„Capri war eine intensive und einmalige Erfahrung“, sagte Pohl nach dem Schwimmen. Die Bedingungen hätten sie dazu gezwungen, über die gesamte Dauer hochkonzentriert bei der Sache zu bleiben. „Es war mental schwieriger, einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden.“
Für die Anerkennung des Rekords wurde die Schwimmerin neben ihrem eigenen Team von einem unabhängigen Beobachter der MSF begleitet.
Rückkehr in den Ärmelkanal geplant
Wie bereits bei früheren Projekten verband Pohl die sportliche Herausforderung mit einem sozialen Anliegen. Mit ihrer Aktion sammelte sie Spenden für Initiativen, die Kindern das Schwimmenlernen ermöglichen sollen. Dieses Engagement begleitet die Freiwasserschwimmerin seit mehreren Jahren und soll auch bei künftigen Projekten fortgesetzt werden.
Der Rekord vor Capri war für Pohl zugleich ein wichtiger Formtest. Bereits Mitte Juli steht die nächste – und diesmal deutlich kältere – Herausforderung an: Gemeinsam mit weiteren Schwimmerinnen plant sie eine Staffelquerung des Ärmelkanals. Anlass ist das 100-jährige Jubiläum der ersten erfolgreichen Kanalquerung einer Frau durch Gertrude Ederle im Jahr 1926. Auch dabei möchte Pohl erneut Spenden für die Schwimmförderung sammeln.