Freitag, 21. Juni 2024

Starker WM-Start im Pool | Deutsche Schwimmer holen Medaillen und sorgen für Rekorde

Auftakt nach Maß für die deutschen Beckenschwimmer bei den Weltmeisterschaften in Doha: Lukas Märtens und Isabel Gose holen gleich zwei Medaillen über 400 Meter Freistil.

Frank Wechsel Isabel Gose kann über ihre erste WM-Medaille jubeln (Archivbild).

Oft stellte sich zuletzt die Frage, ob die deutschen Schwimmer überhaupt eine oder mehrere Medaillen bei einer Weltmeisterschaft gewinnen würden. Diesmal wurde dieses Ziel gleich am ersten Tag der Beckenwettbewerbe abgehakt. Die beiden Magdeburger Isabel Gose und Lukas Märtens sorgten am Sonntag in Doha (Katar) über 400 Meter Freistil für einen bronzenen Auftakt. Nach sieben Medaillen bei Europameisterschaften war es für Gose das erste Edelmetall auf weltweiter Ebene. Und nicht nur das. In 4:02,39 Minuten verbesserte die 21-Jährige auch ihren deutschen Rekord um 0,63 Sekunden. Schneller als Gose waren an diesem Tag lediglich Erika Fairweather aus Neuseeland, die in 3:59,44 Minuten Weltmeisterin wurde, und die Chinesin Binjie Li (4:01,62 Minuten).

“Das ist einfach ein Superstart ins olympische Jahr“, sagte Gose, die mit dem Resultat das Ticket für Olympia gelöst hat. „Es war wirklich wichtig für mich, diesen Step nach vorn zu machen. Ich bin super happy, auch mit der Zeit.“ Zum Rennverlauf sagte sie: „Es hat sich toll angefühlt im Wasser, ich bin mein Rennen geschwommen, und ich dachte kurzzeitig, vielleicht kriege ich die Chinesin noch. Aber die war hinten raus doch zu stark, da musste ich mich geschlagen geben.“

„Die Medaille hat einen sehr hohen Stellenwert für mich“

Bei den Männern gewann Märtens bei seiner dritten WM in Folge die dritte WM-Medaille über 400 Meter Freistil. Nach Silber 2022 und Bronze 2023 durfte sich der 22-Jährige diesmal erneut über Platz drei freuen. Mit etwas Glück wäre auch noch mehr drin gewesen. Mit seiner Zeit von 3:42,96 Minuten verpasste Märtens den Weltmeistertitel nur um 0,25 Sekunden. Den Sieg sicherte sich überraschend der Südkoreaner Womin Kim in 3:42,71 Minuten vor Elijah Winnington aus Australien, der nach 3:42,86 Minuten das Ziel erreichte. „Ich bin sehr zufrieden, ich hätte sofort unterschrieben, wenn mir das jemand davor gesagt hätte“, sagte Märtens. „Aber es ist natürlich denkbar knapp, da hätte noch mehr passieren können.“ Für Märtens ist nach massiven Krankheitsproblemen zu Beginn der Olympiasaison ein positives Signal Richtung Olympia. „Die Medaille hat einen sehr hohen Stellenwert für mich.“

Auf dem besten Weg zu einer WM-Medaille ist Schmetterlingsspezialistin Angelina Köhler. Die Sprinterin überzeugt auf ganzer Linie und schwamm im 100-Meter-Vorlauf (56,41 Sekunden) und im Halbfinale (56,11 Sekunden) jeweils die Topzeit aller Teilnehmerinnen und sogar deutschen Rekord. Gegenüber ihrer bisherigen Bestmarke von der WM 2023 in Japan steigerte sich die Neuköllnerin um fast eine ganze Sekunde. Damals war sie 57,05 Sekunden auf WM-Platz fünf geschwommen. Gelingt Köhler im Finale am Montag eine ähnliche Zeit wie im Halbfinale, dürfte die 23-Jährige sogar um Gold mitschwimmen. Zweitbeste war am Sonntag die US-Amerikanerin Claire Curzan in 57,06 Sekunden.

Ebenfalls den Sprung in den Endlauf schaffte Lukas Matzerath. Über 100 Meter Brust kam der Frankfurter in 59,30 Sekunden auf den fünften Platz der Semifinals. Während Adam Peaty bei seinem Comeback auf großer Bühne in 58,60 Sekunden für die Topzeit sorgte, schied Melvin Imoudu in 1:00,08 Minuten als 14. aus.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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