US-Stars mit Topzeiten nach Tokio
Ryan Lochtes letzte Chance

Schafft es Ryan Lochte noch einmal zu den Spielen? Nach seiner Leistung über 200 Meter Freistil ist das eher fraglich. Andere Stars konnten dagegen überzeugen.

Frank Wechsel / spomedis Ryan Lochte schwimmt um seine fünfte und wahrscheinlich letzte Olympiateilnahme

Eine peinliche TV-Show, ein Fake-Überfall bei Olympia, eine Dopingsperre aus Unwissenheit: Ryan Lochte zählt sicher zu den kontroversesten Figuren im internationalen Schwimmsport – aber auch zu den erfolgreichsten. Gerade kämpft der 36-Jährige bei den US-Trials um seine fünfte Olympiateilnahme. Nach drei Wettkampftagen in Omaha stehen die Chancen allerdings eher schlecht, das Lochte diesen Sommer seinen zwölf Olympiamedaillen (sechs davon Gold) weiteres Edelmetall hinzufügen kann.

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Sechs Chancen auf das Ticket nach Tokio hatte sich Lochte vor Beginn der Trials ausgerechnet. Über 200 und 400 Meter Lagen, 100 und 200 Meter Rücken, 200 Meter Freistil und 100 Meter Schmetterling stand der Schwimmstar in den Startlisten. Übrig davon sind inzwischen nur noch drei. Über 200 Meter Freistil blieb Lochte in 1:49,23 Minuten fast fünf Sekunden über seiner zehn Jahre alten Bestleistung (1:44,44 min, Platz zwei der US-Bestenliste hinter Michael Phelps) und schied als 25. der Vorläufe aus. Für einen Platz in der US-Staffel hätte er wohl mindestens drei Sekunden schneller sein müssen. Diese Entscheidung fällt am späten Dienstagabend. Über 400 Meter Lagen, Lochtes Goldstrecke von London 2012, meldete der Athlet ab, über 100 Meter Rücken trat er nicht an. Da die Konkurrenz über 100 Meter Schmetterling und 200 Meter Rücken extrem hart ist, verbleiben Lochte wohl nur noch die 200 Meter Lagen als letzte Möglichkeit.

Lochtes letzte Chance 200 Meter Lagen

Über 200 Meter Lagen hält Lochte seit der WM 2011 in 1:54,00 Minuten den Weltrekord, zweimal holte er über diese Distanz Olympiasilber hinter Phelps, einmal gab es Bronze. In der Startliste steht er mit 1:57,76 Minuten an fünfter Stelle. Schwierig wird es trotzdem. Mit Chase Kalisz und Michael Andrew stehen die beiden Favoriten auf die Tickets fest. Anders als Lochte konnte beide in Omaha bereits ihre Topform unter Beweis stellen; Kalisz bei seinem Sieg über 400 Meter Lagen, Andrew bei seinem amerikanischen Rekord im Halbfinale über 100 Meter Brust (58,14 Sekunden) und seinem Sieg am Montag im Endlauf (58,73 Sekunden). Der Vorlauf über 200 Meter Lagen findet Donnerstag statt.

Geäußert hat sich Lochte nach den 200 Metern Freistil bisher nicht, was extrem ungewöhnlich für den sonst so redseligen Sportler ist. Selbst auf seiner Instagram-Seite ist außer Trainingsimpressionen, Sponsorenfotos und Bildern seiner beiden Kinder nicht mehr viel los. Ist der Sonnyboy etwa erwachsen geworden?

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Mit Video: Lochte taucht 50 Meter auf dem Rücken und spaziert mit Medizinball 50 Meter auf dem Grund

Huske knapp über Weltrekord

Bei den Trials überzeugte am Montagabend vor allem Torri Huske mit US-Rekord über 100 Meter Schmetterling. In 55,66 Sekunden blieb sie nur 0,18 Sekunden über Sarah Sjöströms Weltrekord. Neben Michael Andrew über 100 Meter Brust triumphierte Katie Ledecky über 400 Meter Freistil. In 4:01,27 Minuten schwamm die vierfache Olympiasiegerin von Rio zwar ungefährdet zum Sieg. Im Fernduell gegen die Australierin Ariarne Titmus hatte Ledecky jedoch keine Chance.

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