20 Weltrekorde in 4 Tagen | Weltspitze schwimmt in Berlin unglaubliche Zeiten

Internationales Gipfeltreffen in Berlin: Zur World Series traf sich am vergangenen Wochenende die weltweite Elite der Para-Schwimmer in der Hauptstadt.

Pedro Vasconcelos Gina Böttcher ist wenige Wochen vor den Paralympics in bestechender Form.

Die Internationalen Deutschen Meisterschaften hatten gerufen, und aus der ganzen Welt reisten die stärksten Para-Schwimmer nach Berlin. Insgesamt nahmen Athletinnen und Athleten aus 64 Nationen an den Titelkämpfen teil, die zugleich zur Para Swim World Series zählten. Nach vier Wettkampftagen im schnellen Becken der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) standen am Sonntag sage und schreibe 20 Weltrekorde in den Büchern.

Aus deutscher Sicht sorgten Gina Böttcher, Taliso Engel und Josia Topf für drei Highlights. Nur rund einen Monat nach ihren drei Goldmedaillen bei der EM auf Madeira verbesserte Böttcher den Weltrekord über 200 Meter Lagen in der Startklasse SM4 zunächst auf 3:57,62 Minuten, ehe die Potsdamerin ihre Leistung im Finale auf 3:55,07 Minuten steigerte. Ähnlich machte es Topf in der SM3 über dieselbe Strecke. Nach Weltrekord im Vorlauf (4:09,18 Minuten) schlug er im Endlauf bereits nach 4:05,19 Minuten an. Für zwei weitere Weltbestleistungen sorgte Engel über 50 und 200 Meter Brust. Der sehbehinderte Schwimmer beendete das 50–Meter-Rennen schon nach 28,54 Sekunden, die 200 Meter bewältigte er in 2:23,59 Minuten. Jeweils Doppel-Weltrekord schwammen in Berlin auch der Tscheche David Kratochvil (S11) über 50 und 200 Meter Rücken sowie Maria Carolina Gomes Santiago aus Brasilien (S12) über 50 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling.

Rund 90 Tage vor den Paralympischen Spielen in Paris nutzte die deutsche Para-Nationalmannschaft von Bundestrainerin Ute Schinkitz die IDM auch als Standortbestimmung. In Berlin am Start waren unter anderem Malte Braunschweig, Elena Semechin, Maike Naomi Schwarz, Verena Schott, Mira Jeanne Maack und Charlotte Kast.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.