Taliso Engel verteidigt seinen WM-Titel
Elena Semechin gewinnt WM-Silber trotz Chemo

Sieben WM-Medaillen stehen nach den ersten zwei Wettkampftagen auf dem Konto des deutschen Parateams. Über 100 Meter Brust schwamm Elena Semechin auf den zweiten Platz.

Ralf Kuckuck / Vizeweltmeisterin über 100 Meter Brust: Für Elena Semechin bedeutet die Medaille mehr als die Goldmedaillen der vergangenen Jahre.

Olympiasieg, Hirntumor, Chemotherapie: Die vergangenen zwölf Monate waren für Elena Semechin turbulent und verliefen alles andere als geplant. Unterkriegen ließ sie sehbehinderte Athletin sich dennoch nicht und begann schon während der Bestrahlung wieder mit dem Training. Bei den Weltmeisterschaften auf Madeira wurde die 28-Jährige nun für ihren Kampfgeist belohnt. Über ihre Paradestrecke 100 Meter Brust, ihren einzigen Start bei dieser WM, sicherte sie sich nach 1:14,81 Minuten die Silbermedaille. Schneller war nur die Amerikanerin Colleen Young, die die Finger einen Hauch schneller an der Wand hatte. “Ich habe gezeigt, dass ich konkurrenzfähig bin”, sagte Semechin nach ihrem Rennen. Die Silbermedaille bedeute ihr mehr als die vielen Goldmedaillen der Jahre zuvor. “Ich habe ein Statement gesetzt, dass man trotz Krebs und Therapie trainieren kann. Ich habe gezeigt, dass ich es noch drauf hab.”

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Weltmeisterin, Vizeweltmeisterin und deutscher Rekord in 30 Minuten

Gold über dieselbe Strecke sicherte sich Taliso Engel. Musste der Weltrekordhalter und Olympiasieger in der Startklasse SB13 im Vorlauf noch seinem kasachischen Konkurrenten Nurdaulet Zhumagali den Vortritt lassen, bewies er im Finale seine Stärke über diese Strecke. “Ich habe meine Frequenz im Vergleich zu heute Morgen von Beginn an deutlich erhöht. Bei der Wende habe ich den Kasachen direkt neben mir gesehen und es war bis zum Ende so unglaublich hart”, sagte Engel, der in 1:03,89 Minuten seinen Weltmeistertitel verteidigte. “Ich verspüre große Freude, nach meinem Vorlauf habe ich nicht mehr mit einem Sieg gerechnet.” Grund zur Freude hatte auch WM-Debütantin Tanja Scholz. Über 100 Meter Freistil sicherte sich die Athletin, die von Paraschwimmerin Kirsten Bruhn trainiert wird, den WM-Titel in der Startklasse S4 (1:20,70 Minuten). Nur 26 Minuten später ging es für Scholz erneut ins Wasser, zum Finale über 150 Meter Lagen (Startklasse SM3). Nach 3:14:35 Minuten war das Rennen vorbei, belohnt wurde Scholz mit der Silbermedaille und einem deutschen Rekord.

www.henschelmedia.com Nur wenige Minuten nach dem Weltmeistertitel über 100 Meter Freistil sicherte sich Tanja Scholz die Silbermedaille über 150 Meter Lagen.

Ebenfalls deutschen Rekord über 150 Meter Lagen schwamm Josia Topf in der Startklasse SM3. In 3:11,21 Minuten sicherte sich der 19-Jährige damit den Vizeweltmeistertitel. “Ich habe immer gedacht, dass ich um Platz drei, vier oder fünf schwimmen würde”, sagte Topf. “Aber als ich die Anfeuerungen von oben gehört habe, dachte ich mir, dass was drin sein muss.” Eine weitere Medaille auf das deutsche Konto steuerte Mira Jeanne Maack bei. In der Startklasse S8 sicherte sich die Berlinerin über 100 Meter Rücken den dritten Platz. Ihre Zeit von 1:22,51 Sekunden sind außerdem ein deutscher Rekord. Schon am ersten Wettkampftag in Fuchal schwamm der erst 16-jährige Maurice Wetekam über 100 Meter Brust auf den zweiten Platz.

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