Unterwegs | Bahnen ziehen am Bondi Beach

Wer Australien als Destination für den nächsten großen Urlaub gewählt hat, sollte am berühmten Bondi Beach vorbeischauen. Dort herrschen nicht nur für Surfer, sondern auch für Schwimmer paradiesische Bedingungen.

Dieser Artikel erschien zuerst in der SWIM 43. Die Ausgabe finden Sie hier im Shop.

Am weltberühmten Bondi Beach in Sydney trifft man bei einem Strandspaziergang nicht nur unzählige Surfer, die an diesem Hotspot des Wellenreitens auf die perfekte Welle lauern. Am südlichen Ende des rund 1.500 Meter langen Strandabschnitts springt dem Besucher auch ein Clubgebäude mit zwei außergewöhnlichen Swimming Pools direkt am Südpazifischen Ozean ins Auge. Vor allem der mit Meerwasser gefüllte 50-Meter-Pool des „Bondi Icebergs Club“ sollte eigentlich auf die Bucket List eines jeden Schwimmers gehören. Er ist mittlerweile mindestens genauso beliebtes Instagram-Motiv wie der legendäre Strand selbst, der übrigens offizielles Nationalerbe ist. Wer auf die teils extreme Strömung und die großen Wellen des Ozeans verzichten möchte und dennoch in direkter Nähe zum Meer seine Bahnen ziehen möchte, ist im Becken der „Bondi Icebergs“ optimal aufgehoben. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass die teils enormen Wellen des Ozeans das Becken immer mal wieder mit frischem Salzwasser füllen, jedoch im Vergleich zum offenen Meer kann es einen dabei lediglich ein Stück weit auf die Bahn des Nebenschwimmers drücken. Auch die sonst nicht ganz unwahrscheinliche Begegnung mit einem Hai ist im Becken des Clubs nahezu ausgeschlossen.

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Debra Law / Dreamstime

Wer dort auf der Urlaubsreise einige Bahnen schwimmen möchte, sollte mit kaltem Wasser kein Problem haben. Je nach Strömung, Wind und Jahreszeit liegt die Temperatur des türkisblauen Wassers bei rund 15 Grad oder sogar darunter. Immerhin ist die Schwimmeinheit mit der einmalig schönen Aussicht für australische Verhältnisse geradezu erschwinglich. Für ein 45-Minuten-Zeitfenster werden neun australische Dollar – umgerechnet etwa 5,50 Euro – fällig. Neben dem großen Becken gibt es noch einen kleineren Pool für Kinder zum Baden  und Planschen. Ein allzu schlechtes Gewissen brauchen Sie beim Genussschwimmen bei den unzähligen „Instagram-Badegästen“ sicherlich nicht haben. In Zeiten von Corona kann der Besuch im Traumbad allerdings nicht von jetzt auf gleich in die Tat umgesetzt werden. Zwei bis drei Tage vorher sollten Sie sich ein Zeitfenster in der einmaligen Anlage reservieren. Die Meerwasserschwimmbecken haben in Australien eine mittlerweile 200-jährige Tradition. Berichten zufolge entstand der erste Pool im Land im Jahr 1819. Der englische Generalleutnant James Morisset ließ am Strand von Newcastle knapp 150 Kilometer nördlich des Bondi Beach ein Becken in den Fels sprengen, dass dann von Häftlingen des ortsansässigen Gefängnisses begradigt werden musste. Bis heute sind mehr als 1.000 Meerwasserbecken im gesamten Land entstanden. Vor allem in den 1920er- und 1930er-Jahren gab es einen regelrechten „Ocean-Pool-Boom“. Viele Becken sind im Lauf der Jahre vernachlässigt und geschlossen worden. Auch das Becken am Bondi Beach ist einigen Erfahrungsberichten zufolge etwas in die Jahre gekommen. Dem Hype um die Location tat das dennoch keinen Abbruch.

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