Freistellung von Thomas Kurschilgen
Athletensprecher kritisieren DSV-Entscheidung

Die DSV-Athletensprecher Sarah Köhler und Tobias Preuß kritisieren die Freistellung von Sportdirektor Thomas Kurschilgen.

Im Olympia-Jahr gerät der Deutsche Schwimm-Verband in die Schlagzeilen. Nachdem der Spiegel von sexuellen Anschuldigungen gegen den Ex-Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz berichtete und die Staatsanwaltschaft Würzburg Ermittlungen aufnahm, berichteten mehrere Medien vergangenen Dienstag über eine Freistellung von Sportdirektor Thomas Kurschilgen. Von Seiten des DSV gibt es dazu bisher keine Bestätigungen.

“Die Entscheidung hat uns sehr überrascht und sorgt für noch mehr Verunsicherung, Unruhe und auch Angst”, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Athletensprecher Sarah Köhler und Wasserballer Tobias Preuß. In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele sei es “ein denkbar schlechter Zeitpunkt, eine zentrale Position an der Spitze des Leistungssports im DSV zu verlieren.” Als Mitglieder des DSV-Präsidiums hätten sich die Athletensprecher “im Vorhinein mehr Information gewünscht und auch jetzt, mehr in den Informationsfluss eingebunden zu sein.”

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Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Lurz hatten Köhler und Preuß in einer Stellungnahme “eine vollumfängliche und unabhängige Aufklärung jeglicher Verdächtigungen seitens der Justiz und des DSV” gefordert.

Kurschilgen verhielt sich wohl korrekt

Ob die Freistellung Kurschilgens in Zusammenhang mit dem Fall Lurz steht, ist nicht bekannt. Zwar soll Kurschilgen bereits im März 2019 per Mail von einer Schwimmerin über Vorwürfe gegen Lurz informiert worden sein, habe sich da aber nach Informationen der FAZ und der Süddeutschen Zeitung korrekt verhalten. Man habe gemeinsam mit der Schwimmerin entschieden, den Fall bei der Polizei zu melden. Lurz wurde suspendiert, die Staatsanwaltschaft ermittelte. Nachdem das Verfahren eingestellt wurde, sei auch die Suspendierung von Lurz zurückgenommen worden.

Nachdem der DSV nach dem Rücktritt vom Gabi Dörries 2018 führungslos dastand, übernahm ein Interims-Präsidium, dem auch Thomas Kurschilgen angehörte, die Verbandsführung. Auch dem im November 2020 gewählten Präsidium um Präsident Marco Troll gehört Kurschilgen an, sein Vertrag ist bis 2024 befristet und kann nur durch eine außerordentliche Kündigung vorzeitig beendet werden. FAZ und SZ berichten, dass man im DSV bereits vor den Vorwürfen gegen Lurz diskutiert hätte, wie man Kurschilgen absetzen könne.

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