Training:
Wie viel Schmerz muss ich ertragen können?

Training ist Schmerz – Frage oder Feststellung, wie beurteilen Sie das? Tatsächlich stellt sich die Frage nach dem Grad der Schmerztoleranz, die man als leistungsorientierter Sport mitbringen sollte. Drei Tipps, wie Sie besser mit dem Unwohlsein umzugehen lernen.

„Beweg dich aus deiner Komfortzone!“ Haben Sie diesen Satz schon einmal von Ihrem Trainer gehört? Oder müsste man fragen, wie oft Sie diesen Satz schon hören mussten? Schließlich geht es im Training im Kern darum, den Organismus so gezielt unter Stress zu setzen, dass er sich angeregt fühlt, sich auf die kommenden Belastungen vorzubereiten und eine Anpassung vorzunehmen. In der Trainingswissenschaft ist dieser Vorgang als Super-Kompensation bekannt und gilt als eines der Grundprinzipien sportlichen Trainings. Schmerz gehört also scheinbar irgendwie dazu.

Schmerzschwelle trainieren

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Doch wie viel Schmerz muss es sein? Oder anders gefragt: Welche Art von Schmerz hilft, um die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Ist der Sportler im Vorteil, der eine höhere Schmerzschwelle hat und somit auch härter trainieren kann? Da schließt sich unmittelbar die Frage an, wie man seine Schmerzschwelle trainieren kann. Drei Methoden können helfen, die Schwelle ein wenig anzuheben und damit die Reize auf den Organismus gezielt zu erhöhen.

Die einfachste Art und Weise aus dem Komfortbereich herauszukommen, ist in einem Satz zusammengefasst: Wettkampf ist das beste Training! Es sind die wenigen, aber entscheidenden Prozentpunkte, die Sie im Wettkampf an Energie freimachen. Eben dann, wenn es um etwas geht.

Start 50 m Schmetterling Männer
Frank Wechsel / spomedis Trauen Sie sich auch bei nicht optimaler Wettkampfverfassung in ein Testrennen zu gehen!

Planen Sie deshalb regelmäßig Formüberprüfungen mittels Testwettkämpfen ein. Scheuen Sie sich nicht, auch bei nicht optimaler Wettkampfverfassung in ein Testrennen zu gehen. Es wird Sie weiterbringen!

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Hoch-intensives Intervall-Training

Die zweite Stellschraube betrifft die Inhalte Ihres Trainings. Um regelmäßig an die Grenzen zu gehen, hat sich das hoch-intensive Intervall-Training als eine gute Methode entwickelt. Trotz (oder gerade wegen) der kurzen Belastungszeiten einen hohen Trainingseffekt erzeugen zu können, ist in vielen Untersuchungen bestätigt worden – unabhängig vom Alter. Neben physiologischen Anpassungen erzeugen die hohen Reize aber vor allem auch eins: Schmerztoleranz!

Die Fähigkeit, auch im angeschlagenen Zustand noch eine bestmögliche Leistung abliefern zu können, ist bestimmend für die Freilegung Ihres Leistungspotenzials. Platzieren Sie deshalb regelmäßig Intervallserien, die Sie auf einem höchstmöglichen Niveau, auch in Bezug auf die zu ertragenden Schmerzen, absolvieren. Je toleranter Sie gegenüber diesem Unwohlsein werden, umso stabiler wird Ihre Leistung!

Harte Workouts

Die dritte Säule Ihres Trainings an der Schmerzschwelle liegt in der Tatsache begründet, dass Sie die notwendige Intensität eigentlich nur dann erzeugen können, wenn Sie ausgeruht sind. Absolvieren Sie harte Workouts im erschöpften Zustand, so ist zwar das Durchhaltevermögen gefragt, die Fähigkeit, auf einem hohen Leistungsniveau gegen die aufkommenden Schmerzen anzukämpfen, trainieren Sie damit aber nicht.

Ruhen Sie sich vor harten Trainingseinheiten deshalb aus. Absolvieren Sie mindestens eine regenerative Einheit oder genehmigen Sie sich sogar einen Ruhetag, bevor es so richtig zur Sache geht. Dann sind Sie körperlich wie geistig frisch und leistungsbereit – unabdingbare Voraussetzung für ein erfolgreiches Training der Schmertoleranz.

Flow-Gefühl

Nun wurde ganz schön viel über Schmerz geredet, finden Sie? Zugegeben, das klingt alles nicht verlockend. Wenn Sie aber im Wettkampf auf dem letzten Rennabschnitt spüren, wie Sie die aufkommenden Beschwerden einfach wegstecken, weil Sie mit der Situation vertraut sind, stellt sich vielleicht sogar ein kleines Genussgefühl ein. Sportler sprechen gerade in diesen Momenten von dem bekannten Flow-Gefühl! Und mal ehrlich: Ist nicht genau dieser Zustand und vor allem das Gefühl des im Anschluss nachlassenden Schmerzes eine wunderbare Nebenerscheinung des Sports? Ohne dieses Gefühl wäre es doch fast langweilig. Gute Argumente, ab und zu etwas gemein zu sich selbst zu sein.

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