Wunram und Beck greifen über 10 Kilometer an
Medaillenfischen im Trüben

In Tokio sind die diese Woche die Freiwasserschwimmerinnnen und Freiwasserschwimmer an der Reihe. Den Anfang machen die Frauen mit Leonie Beck und Finnia Wunram.

Frank Wechsel Um 6:30 Uhr Ortszeit fällt der Startschuss für die Freiwasserschwimmerinnen im Odaiba Marine Park in Tokio.

Wo vergangene Woche noch die Triathleten die Auftaktdisziplin ihrer olympischen Rennen zurücklegten, fällt am Mittwoch um 6:30 Uhr Ortszeit der Startschuss für das Freiwasserrennen über zehn Kilometer bei den Frauen, die Männer starten am Donnerstag zur gleichen Uhrzeit. Nach deutscher Zeit beginnen die Rennen jeweils am späten Abend des Vortags um 23:30 Uhr, Fans in Deutschland können sich die Wettkämpfe bei ARD, ZDF und Eurosport ansehen.

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Die Bedingungen in Tokio sind selbst für erfahrene Freiwasserathleten ungewohnt, die Wassertemperaturen könnten 30 Grad erreichen. “Es war sehr warm und ich bin gespannt, wie sich dadurch das Rennen gestalten wird”, sagte Finnia Wunram aus Magdeburg, die gemeinsam mit Leonie Beck für das deutsche Team ins Wasser springen wird. Sollte das Wasser am Renntag wärmer als 31 Grad sein, dürfte das Rennen nach den Regularien des Weltschwimmverbands FINA aus Sicherheitsgründen gar nicht stattfinden.

Nur 30 Zentimeter Sicht

Außerdem ist das Wasser sehr trüb. “Man hat nur rund 30 Zentimeter Sicht”, berichtete die Würzburgerin Beck nach dem ersten Training auf der Wettkampfstrecke, “Das heißt, dass wir zur Orientierung öfter den Kopf aus dem Wasser heben werden müssen als anderswo.” Die Lufttemperaturen in Tokio können bis zu 40 Grad Celsius erreichen, dazu kommt eine hohe Luftfeuchtigkeit, selbst 23 Grad am frühen Morgen können sich so deutlich wärmer anfühlen. Am Ende könnte es also nicht nur darum gehen, wer im Odaiba Marine Park in der Bucht von Tokio die schnellste Schwimmerin ist, sondern auch, wer am besten mit den extremen Bedingungen umgehen kann.

25 Athletinnen werden um die letzten Schwimmmedaillen für die Frauen in Japan kämpfen, qualifiziert sind die zehn bestplatzierten Athletinnen der Weltmeisterschaften 2019 im südkoreanischen Gwangju, die anderen 15 ergatterten ihre Startplätze im Juni bei einem Qualifikationsrennen in Setubal (Portugal). Durch das Prozedere konnten sich höchsten zwei Athletinnen pro Nation für das 10-Kilometer-Rennen qualifizieren. Dies gelang lediglich den USA und Deutschland, alle anderen Länder dürfen nur eine Schwimmerin ins Rennen schicken. “Der Kurs ist an sich einfach zu schwimmen, es ist ein Viereckkurs mit vielen Orientierungsbojen”, bewertet Wunram die Schwimmstrecke. Sieben Runden müssen die Athletinnen darauf zurücklegen.

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Deutsche Medaille möglich

Mit den Top Ten der Weltmeisterschaften 2019 steht ein hochkarätiges Feld in Tokio bereit. Rio-2016-Siegerin Sharon van Rouwendaal (Niederlande) wird in Tokio ebenso dabeisein wie Silbermedaillengewinnerin Rachele Bruni aus Italien. Auch die Weltmeisterin von 2019, Xin Xin aus China, und Vizeweltmeisterin Haley Anderson aus den USA werden in Tokio weit vorn erwartet. Kommen die beiden deutschen Athletinnen mit den Bedingungen gut zurecht und verlieren im Wasser nicht den Anschluss, ist eine Platzierung in den Medaillenrängen möglich.

10 km | Olympia-Teilnehmer, Frauen

NameLandQualifikation 
Xin XinChinaWM 2019 - Platz 1
Haley AndersonUSAWM 2019 - Platz 2
Rachele BruniItalienWM 2019 - Platz 3
Lara GrangeonFrankreichWM 2019 - Platz 4
Ana Marcela CunhaBrasilienWM 2019 - Platz 5
Ashley TwichellUSAWM 2019 - Platz 6
Kareena LeeAustralienWM 2019 - Platz 7
Finnia WunramDeutschlandWM 2019 - Platz 8
Leonie BeckDeutschlandWM 2019 - Platz 9
Sharon van RouwendaalNiederlandeWM 2019 - Platz 10
Anna OlaszUngarnSetubal - Platz 1
Paula Ruiz BravoSpanienSetubal - Platz 2
Kate SandersonKanadaSetubal - Platz 3
Alice DearingGroßbritannienSetubal - Platz 4
Angelica AndrePortugalSetubal - Platz 5
Cecilia BiagioliArgentinienSetubal - Platz 7
Anastasiia KirpichnikovaRusslandSetubal - Platz 8
Samantha ArevaloEcuadorSetubal - Platz 9
Spela PerseSlowenienSetubal - Platz 11
Yumi KidaJapanSetubal - Platz 12
Michelle WeberSüdafrikaSetubal - Platz 15
Paola PerezVenezuelaAmerika Slot (Setubal - Platz 17)
Krystyna PanchishkoUkraineEuropa Slot (Setubal - Platz 18)
Li-Shan Chantal LiewSingapurAsien Slot (Setubal - Platz 29)
Souad Nefissa CherouatiAlgerienAfrika Slot (Setubal - Platz 30)

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