Montag, 15. Juli 2024

Mehr Freude für alle | Die Spielregeln im Schwimmbad

Schwimmtraining soll allen Spaß machen. Dennoch gibt es manchmal Situationen, die einen auf die Palme bringen. Dabei könnte es so einfach sein, würden sich alle an ein paar Regeln halten.

Tsutomu KISHIMOTO/World Aquatics

Die Wahl der Bahn

Trainiere ich mit meiner Trainingsgruppe im Verein, ist es natürlich einfach. Dann wird die Bahn genommen, die der Coach mir zuweist. Anders sieht es aus, wenn ich im öffentlichen Badebetrieb trainiere. Dann gilt es, selbst die richtige Bahn zu suchen. Scanne deswegen schon direkt, wenn du das Bad betrittst, die aktuelle Situation. Wie viele (geleinte) Bahnen gibt es? Wie viele Schwimmer trainieren wo? Optimalerweise entscheide ich mich für die Bahn, die meinem Tempo entspricht. Gleichzeitig sollte aber auch die Anzahl der Personen pro Bahn ausgeglichen sein. Kommen also mehrere Bahnen in Frage, entscheide ich mich für die, auf der weniger Schwimmer unterwegs sind.

Rücksichtnahme

Im öffentlichen Badebetrieb bist du nur in ganz seltenen Fällen alleine auf deiner Bahn unterwegs. Deswegen ist gegenseitige Rücksichtnahme wichtig. Schwimmt jemand schneller, geht er oder sie vor Beginn einer Strecke vor. Wer danach startet, lässt genügend Abstand, um nicht direkt in den Füßen zu schwimmen, wer wendet hat Vorfahrt vor demjenigen, der sich abstößt. All das ist kein Hexenwerk, aber manchmal wünscht man sich, dass diese Regeln an jeder Bahn ausgehängt stehen. Es lohnt sich, sich selbst zu fragen, ob das eigene Verhalten einen selbst stören würde. Ist die Antwort ja, sollte man vielleicht etwas mehr Rücksicht nehmen.

Streetlife

Im Schwimmbecken sollte es zugehen wie im Straßenverkehr. Geschwommen wird auf der rechten Seite der Bahn nah der Leine. Die Mitte bleibt frei. So entsteht ein Verkehrsfluss am laufenden Band gegen den Uhrzeigersinn und Schwimmerinnen und Schwimmern können sich entgegen kommen, ohne das es kracht. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Bist du schneller als dein Vordermann, scherst du nach links aus, überholst und ordnest dich wieder ein. Das ganze sollte möglichst zügig abgeschlossen sein.

Zeit für die Wende

Geschwommen wird rechts, so weit, so klar. Kommt es aber zur Wende, wird dieser Grundsatz ein wenig aufgelockert. Beginne bereits einige Meter vor der Wand damit, in die Mitte der Bahn zu ziehen und auf dem schwarzen Balken oder sogar schon etwas links davon zu wenden. So kannst du dich nach der Wende wieder einfacher in den fließenden Bahnverkehr einordnen. Wer sich von der Wand abstoßen möchte, geht dafür schon auf die „richtige“ Seite der Bahn. Stößt du dich diagonal ab, behinderst du nur andere. Ist es Zeit für eine Pause, absolvierst du diese in der Ecke deiner Bahn. Die Mitte bleibt jederzeit für Wenden frei.

Von der Dusche ins Becken

Viele Schwimmer verzichten drauf, obwohl das Abduschen vor dem Training eigentlich Pflicht ist. Weniger aus sportlicher Sicht. Beim Duschen wird der gröbste Schmutz von der Haut gewaschen und landet dadurch nicht im Schwimmbadwasser. Davon profitieren alle.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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