Ausprobiert
Walk&Swim: Schwimmwandern im Schwäbischen Wald

Immer nur schwimmen? Kann auch mal langweilig werden. Und nur wandern? Das sowieso! Also kombinieren. Unser Autor hat’s ausprobiert: Walk&Swim durch Wälder und Seen.

Martin Tschepe Walk&Swim: Ein Abenteuer in der Natur.

Der Tag für den ersten Testlauf unseres Projekts ist schon lange im Kalender notiert. Leider ist es am Morgen dieses besagten Tages grau und trüb. Am Vortag war es noch schön, warm und trocken. Das Thermometer in den Höhen des Schwäbischen Walds vor den Toren Stuttgarts zeigt nun indes kaum 15 Grad. Und die Seen bei Welzheim sind bestimmt auch nicht wirklich warm. Aber was soll’s. Wir müssen da jetzt durch. Schließlich soll es am 17. September beim Tag des Wandern des Schwäbischen Albvereins in der Nähe von Welzheim die echte Premiere folgen.

- Anzeige -

Martin Tschepe Fürs Schwimmen wird die Ausrüstung wasserdicht verpackt.

Mein Schwimmfreund Steffen Albrecht und ich hatten – völlig unabhängig voneinander – diese Idee: laufen (beziehungsweise wandern) und schwimmen, immer im Wechsel. Die paar Klamotten, die wir am Land anhaben, stopfen wir in eine wasserdichte Rucksack-Boje – und ziehen den ganzen Kram beim Kraulen dann hinter uns her. Kein Wettkampf (gibt’s ja schon längst: Swimrun), keine Hektik, kein Stress. Einfach wandern – an Land und im Wasser. Schwimmwandern eben. Im Schwäbischen Wald. Und eines Tages womöglich allerorten. In Deutschland. In Europa. Wo auch immer. Wasser gibt’s ja fast überall.

Ein Abenteuer in der Natur

Also los: die Premiere – Steffen spricht im Überschwang gleich von einer Weltpremiere. Haben wir so in den Sozialen Medien gepostet – keiner hat protestiert. Na also! Wir stehen ein bisschen schlotternd vor Kälte im Nieselregen am Waldrand in der Nähe von Welzheim. Ich laufe gleich mit der Badehose los – wird ja eh alles nass bevor wir voraussichtlich in gut einer Stunde erstmals vom Wandern zum Kraulen wechseln. Steffen und ich, wir kennen uns seit 1974, damals haben uns unsere Eltern beim SV Ludwigsburg angemeldet. Seither haben wir zig Aktionen zusammen durchgezogen. Auf Bergen und in Becken, in Seen und im Sattel. Steffen ist längst mehr Biker als Schwimmer. Ich schwimme hingegen mehr denn je. Wird schon passen mit uns beiden und unserem Walk&Swim.

- Anzeige -

Martin Tschepe Wo bitte geht’s zum nächsten See?

Wir haben unsere Premieren-Route auf Komoot ausgetüftelt. Insgesamt etwa 16 Kilometer. Zunächst geht es mitten durch den Wald. Der Boden ist matschig, stellenweise wird der Ausflug zu einer regelrechten Rutschpartie. Nach ein paar Kilometern kommen wir ein bisschen von unserem eigentlichen Pfad ab, aber die Richtung stimmt, sagt Steffen. Der Ebnisee ist unser erstes Ziel. Ein sogenannter Schwellenweiher, angelegt im 18. Jahrhundert für die Flößerei. Was für ein toller Trip. Wir sehen einen Feuersalamander und ein paar Rehe. Treffen aber kaum einen Menschen. Und kommen nach gut einer Stunde tatsächlich zum Ebnisee.

Wärmer als gedacht

Umziehen mit kalten Fingern. Wir beschließen mit den Joggingschuhen zu schwimmen – anziehen wäre nach dem Ausflug im See womöglich schwierig. Schleifen binden mit steifen Fingern? Das würde vielleicht zum Problem. Doch dann die große Überraschung: das Wasser im Ebnisee ist richtig warm. Jedenfalls deutlich wärmer als die Luft. 23 Grad zeigt das Wasserthermometer. Also wärmen wir uns beim Schwimmen ein bisschen auf.

Raus aus dem See – und wieder rein in die vom Regen durchnässten Kleider. Ein paar Happen essen, bisschen was trinken und weiter geht’s. Bald vorbei an den Resten des römischen Schutzwalls Limes und dann immer in Richtung Aichstruter Stausee. Wir marschieren durch winzige Siedlungen, vorbei an Weiden und dann direkt auf unseren zweiten Walk&Swim-See zu, der mit 20 Grad deutlich kälter ist als der Ebnisee. Nochmal raus aus den Klamotten und wieder rein ins Wasser – und rüber schwimmen zum anderen Ufer, nur ein paar hundert Meter weit. Wenn das Wetter jetzt top wäre: wir könnten nun beim Kiosk am See Pommes essen. Oder eine Bratwurst. Und ein Bier trinken. Oder ne Cola. Aber nein, geschlossen.

Nach weiteren rund drei Kilometern zu Fuß sind wir mitten in Welzheim. Was für ein schönes Städtchen! Zufällig treffen wir den Bürgermeister Thomas Bernlöhr. Der Rathauschef sagt spontan zu, dass er beim zweiten Testlauf Mitte Juli dabei ist. Ein erster Interessent ist also gefunden.


Wer am 17. September beim Walk&Swim des Schwäbischen Albvereins dabei sein möchte, kann sich hier anmelden: salbrecht@schwaebischer-albverein.de

Martin Tschepe Daumen hoch für den ersten Test.

Erhalte Updates direkt auf dieses Gerät – abonniere jetzt.

Das könnte dir auch gefallen
1 Kommentar
  1. Jan Frehse

    Tolle Idee. Kam mir auch schon in den Sinne, die ehemaligen Steinbrüche rund um meinen Heimatort zumindest teilweise zu schwimmen. Der längste ist knapp einen Kilometer lang – passt zum derzeitigen Trainingszustand. Werde ich mir gleich so einen Packsack zulegen.

    Ach ja: weiter so spannende Schwimmideen, Martin.

    Gruß
    Jan

Hier kannst du diesen Beitrag kommentieren