Damit hatte zu diesem Saisonzeitpunkt wohl noch niemand gerechnet: Cameron McEvoy ist in China zum Weltrekord über 50 Meter Freistil gesprintet.
Fast 17 Jahre hatte der 50-Meter-Freistil-Weltrekord von César Cielo Bestand – Schwimmstars wie Florent Manaudou (Frankreich), Kyle Chalmers (Australien), Caeleb Dressel und Anthony Ervin (beide USA) bissen sich an den 20,91 Sekunden des Brasilianers immer wieder die Zähne aus. Jetzt konnte Olympiasieger Cameron McEvoy die Zeit unterbieten. Bei den China Open absolvierte der Australier die 50-Meter-Bahn in 20,88 Sekunden.
Die 50 Meter Freistil sind McEvoys absolute Lieblingsstrecke. Zweimaliger Weltmeister ist er bereits, dazu seit Paris 2024 Olympiasieger. Jetzt gehört dem 31-Jährigen auch der Weltrekord. Seine knapp drei Jahre alte Bestzeit (21,06 Sekunden) unterbot McEvoy in Shenzhen um 0,18 Sekunden. Dass er sich selbst viel mit Trainingswissenschaft beschäftigt, hat ihm den Spitznamen „Professor“ eingebracht. Letztes Jahr sagte McEvoy in einem Podcast, dass er sein Training umgestellt habe und nur noch zwei bis drei Kilometer pro Woche im Wasser absolviere.
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Drei Schwimmer unter 21 Sekunden
Neben McEvoy und Cielho steht nur noch Frederick Bousquet mit einer 20er-Zeit in den Rekordbüchern. Der Franzose war im April 2009 in 20,94 Sekunden zunächst Weltrekord geschwommen. Diesen verbesserte Cielo im Dezember desselben Jahres bei den Brasilianischen Meisterschaften auf 20,91 Sekunden. Zwei Wochen später wurden die auftriebsfördernden Hightech-Anzüge verboten, was es den Schwimmstars deutlich schwerer machte, an die Leistungen der 2000er-Jahre heranzukommen.
Inzwischen stehen bei den Männern nur noch drei Einzel-Weltrekorde aus dieser Zeit. Dies sind 200 Meter Freistil von Paul Biedermann, 800 Meter Freistil von Zhang Lin und 200 Meter Rücken von Aaron Peirsol. Bei den Frauen sind nur noch die 200 Meter Schmetterling von Liu Zige übrig.