„Diese Bewegung ist eine Schande für den Sport“ | Josha Salchow warnt vor Doping-Verharmlosung

Der deutsche Rekordhalter über 100 Meter Freistil, Josha Salchow, beteiligt sich an einer neuen Kampagne der Nationalen Anti-Doping-Agentur. Gemeinsam mit ehemaligen DDR-Dopingopfern will der mehrfache deutsche Meister ein Zeichen für sauberen Sport setzen.

Frank Wechsel / spomedis Josha Salchow zählt aktuell zu den schnellsten deutschen Sprintern.

Josha Salchow positioniert sich klar gegen Doping und gegen eine Entwicklung, die leistungssteigernde Mittel zunehmend verharmlost. Der deutsche Rekordhalter über 100 Meter Freistil ist Teil der neuen Kampagne „Dein Sport. Deine Entscheidung.“ der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. Ziel der Initiative ist es, vor allem junge Athletinnen und Athleten für die gesundheitlichen und ethischen Folgen von Doping zu sensibilisieren.

Moritz Dornbusch / Nada Salchow (2. v. l.) im Gespräch mit anderen Spitzenathleten und ehemaligen DDR-Sportlern.

Auslöser der Kampagne sind aktuelle Debatten im internationalen Spitzensport – etwa um die am 24. Mai beginnenden „Enhanced Games“ in Las Vegas, bei denen leistungssteigernde Substanzen ausdrücklich erlaubt sein sollen. Salchow findet dazu deutliche Worte: „Wir befinden uns an einem Punkt, der für die Zukunft des Sports, wie wir ihn kennen, entscheidend ist.“ Bewegungen, die Doping normalisierten, seien „eine Schande für den Sport“. Verbände, Wirtschaft und Gesellschaft hätten die Verantwortung, Athleten zu schützen und ein Umfeld zu schaffen, in dem solche Entwicklungen keine Chance hätten. Salchow zählt derzeit zu den besten deutschen Sprintern. In Paris gelang ihm das beste deutsche Olympia-Ergebnis über die prestigeträchtigen 100 Meter Freistil seit 1980.

Treffen mit ehemaligen DDR-Sportlern

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Gesprächsrunden zwischen aktiven Sportlern und früheren DDR-Athleten, die Opfer staatlich organisierten Dopings wurden. Neben Salchow beteiligen sich unter anderem die ehemaligen Leichtathleten Andreas Krieger und Thomas Götze sowie die frühere Säbelfechterin Léa Krüger.

Moritz Dornbusch / Nada Salchow macht sich für sauberen Sport stark.

„Sicheres Doping gibt es nicht“, sagte etwa Andreas Krieger. „Wir bekamen unterstützende Mittel vom Trainer und wurden damals medizinisch betreut. Und trotzdem bin ich krank geworden. Doping hat mein Leben nachhaltig verändert. Medikamente sollten dazu dienen, Krankheiten zu heilen – nicht dazu missbraucht werden, um den Körper über seine Grenzen hinaus zu manipulieren. Für kein Geld der Welt bekomme ich meine Gesundheit zurück.“

Die NADA will mit der Aktion insbesondere die langfristigen gesundheitlichen Folgen von Doping sichtbar machen. Während viele Sportler im DDR-System keine Wahl gehabt hätten, gehe es heute stärker um persönliche Verantwortung und bewusste Entscheidungen.

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Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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