Sommerliche Temperaturen locken an Seen und Flüsse. Doch sechs Badetote an einem Wochenende zeigen, wie gefährlich kaltes Wasser und Leichtsinn sein können.
Die ersten heißen Tage des Jahres haben in Deutschland ein tragisches Wochenende überschattet: Innerhalb weniger Stunden starben an verschiedenen Orten mindestens sechs Menschen bei Badeunfällen – darunter vier Kinder. Die Unglücke ereigneten sich unter anderem in Seen und Kiesgruben in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Zwei Kinder ertranken in Freibädern. Die genauen Umstände der einzelnen Unglücke müssen noch geklärt werden.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatte noch kurz vor dem ersten heißen Wochenende des Jahres gewarnt: Gerade im Mai und Juni unterschätzten viele Menschen die Gefahr kalter Gewässer. Zwar steigen die Lufttemperaturen schnell auf sommerliche Werte, Seen und Flüsse bleiben aber oft deutlich unter 20 Grad. Wer erhitzt ins Wasser springt, riskiert Kreislaufprobleme bis hin zum Kälteschock.
Mehr als 1.000 Menschen gerettet
Besonders gefährlich wird es laut DLRG durch Übermut. Vor allem Männer überschätzten häufig ihre Kräfte. Alkohol verschärfe das Risiko zusätzlich erheblich. Die Lebensretter raten deshalb dringend dazu, langsam ins Wasser zu gehen, sich vorher abzukühlen und möglichst nur an bewachten Badestellen zu schwimmen. Kinder sollten am Wasser niemals unbeaufsichtigt sein – auch dann nicht, wenn sie bereits schwimmen können.
Wie wichtig die Arbeit der Rettungsschwimmer ist, zeigt die vor ein paar Tagen veröffentlichte Jahresbilanz der DLRG. Im vergangenen Jahr retteten die Einsatzkräfte bundesweit 1.154 Menschen das Leben, mehr als 700 davon direkt vor dem Ertrinken. Rund 51.000 Ehrenamtliche leisteten insgesamt 2,6 Millionen Stunden Wasserrettungsdienst an Stränden, Seen, Flüssen und in Schwimmbädern.
Trotzdem starben deutschlandweit im vergangenen Jahr mindestens 393 Menschen in Gewässern. Die DLRG betont deshalb jedes Jahr aufs Neue: Wasser ist kein harmloser Freizeitort. Wer Warnhinweise missachtet, seine Kräfte falsch einschätzt oder Kinder aus den Augen verliert, bringt sich und andere in Lebensgefahr. Die Tragödien des vergangenen Wochenendes machen deutlich, wie schnell aus einem Sommertag ein Unglück werden kann.