Trotz Badeverbots | Aktivisten planen Schwimm-Demo in der Spree

Trotz Badeverbots wollen Aktivisten heute mit einer Schwimm-Demo in der Berliner Spree protestieren. Behörden warnen vor Risiken und Bußgeldern.

Axel Schmidt / Flussbad Berlin Seit Jahren finden immer wieder Schwimm-Aktionen in der Spree statt.

Trotz eines klaren Badeverbots in der Spree wollen Aktivistinnen und Aktivisten heute mit einer gemeinsamen Schwimm-Aktion in der Berliner Innenstadt demonstrieren. Sie sehen die Spree als öffentlichen Raum, der sauber und zugänglich sein müsse. Die Behörden warnen dagegen vor erheblichen Gesundheitsrisiken und kündigen ein konsequentes Vorgehen an.

Das Bündnis der Flussbad-Befürworter ruft zu einer „Mitschwimm“-Demonstration auf, um gegen das anhaltende Badeverbot zu protestieren. Geplant ist eine symbolische Strecke im innerstädtischen Bereich, wo die Spree das Stadtbild prägt und täglich von Touristinnen, Anwohnern und Pendlern genutzt wird.

Trotz Verbots: Spree-Schwimmer planen Demo

Das Schwimmen soll im Anschluss an eine für 17 Uhr angekündigte Kundgebung auf dem Schinkelplatz in Berlin-Mitte stattfinden. „Verkleidet euch bunt und kreativ, bringt die schönsten Demoschilder, seid laut, tretet ein für euer Recht an Stadt und Spree“, heißt es vom Verein. 

Nach Angaben der Initiatoren soll die Aktion den politischen Druck erhöhen. Gefordert werden Investitionen in die Abwasser-Infrastruktur, zusätzliche Regenrückhaltebecken sowie regelmäßige und transparent veröffentlichte Wasserqualitätsmessungen.

Die Organisatoren betonen, die Teilnahme erfolge freiwillig und auf eigenes Risiko. Genau darin liege die Botschaft: Wer in einer Großstadt im Fluss baden möchte, solle nicht auf Glück oder Mut angewiesen sein.

Umweltverwaltung pocht auf Badeverbot, Protest bleibt

In anderen europäischen Metropolen sei das Flussschwimmen an ausgewiesenen Stellen längst möglich. Berlin hinke dagegen hinterher, weil Mischwasserüberläufe bei Starkregen und fehlende Schutzmaßnahmen sicheres Baden weiterhin verhinderten. Die Demonstration solle die Spree nicht nur als Schifffahrtsstraße, sondern auch als urbanen Lebensraum sichtbar machen. Erst am Montag wurden in Hamburg die Pläne für ein neues Naturfreibad in der Alster vorgestellt.

Die Umweltverwaltung verweist unterdessen klar auf das geltende Badeverbot im Spreekanal. Als Gründe nennt sie vor allem Gesundheitsgefahren durch Keime, deren Belastung nach Regenfällen stark ansteigen könne. Hinzu kämen Risiken durch Strömungen und den Schiffsverkehr.

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt teilte am Dienstag mit: „Der Spreekanal ist Teil einer Bundeswasserstraße und wird von zahlreichen Brücken überspannt. Nach Bundesrecht und der Berliner Badegewässerverordnung ist das Baden im Bereich von Brücken aus Sicherheitsgründen verboten. Das Land Berlin kann hiervon keine Ausnahmen nach eigenem Ermessen festlegen, da diese Regelungen die Schifffahrtssicherheit und den Schutz von Personen gewährleisten sollen.“

Senat: Schwimmen ist rechtswidrig

Eine Ausnahmeregelung für die Schwimmdemonstrationen gebe es nicht. „Wer im Rahmen dieser Veranstaltungen in den Spreekanal steigt, handelt daher rechtswidrig und auf eigenes Risiko.“

Trotzdem reißt der Protest nicht ab. Die Initiativen sehen im strikten Badeverbot vor allem politische Zurückhaltung. Statt dauerhafter Warnschilder fordern sie konkrete Maßnahmen gegen die Mischwasserproblematik, den Ausbau von Messnetzen und ausgewiesene, baulich gesicherte Flussbadezonen.

Damit berührt der Konflikt auch eine grundsätzliche Frage der Stadtentwicklung: Wem gehört der öffentliche Raum am Wasser – und wie schnell kann er an neue Umwelt- und Infrastrukturbedingungen angepasst werden?

Die Proteste sollen bis September am jeweils 20. eines Monats fortgesetzt werden. Im September finden in Berlin die Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt.

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Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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