170 km durch 3 Alpenseen | Extremschwimmerin Sarah Thomas meistert „Triple Lac 100“

Bodensee, Zürichsee, Genfer See: Sarah Thomas hat ihr ehrgeiziges Ziel, drei Alpenseen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu durchschwimmen, innerhalb von elf Tagen erreicht.

Marathon-Schwimmerin Sarah Thomas hat einmal mehr Geschichte geschrieben. Innerhalb von elf Tagen durchquerte die 43-Jährige aus Colorado drei der größten Seen Mitteleuropas: den Bodensee, den Zürichsee und den Genfer See. Zusammen sind das fast 170 Kilometer. Insgesamt verbrachte die Extremschwimmerin nach Angaben ihres Teams mehr als 54 Stunden im Wasser.

Mit ihrem selbstaufgestellten Projekt „Triple Lac 100“ (die Zahl 100 steht für die Distanz in Meilen) knüpfte Thomas an eine ihrer bisherigen Bestmarken an. 2017 schwamm sie 168 Kilometer (ca. 104 Meilen) am Stück im Lake Champlain (USA) – die Distanz gilt bis heute als Weltrekord für ein Freiwasserschwimmen ohne Strömung. Nun legte sie die Strecke verteilt auf drei ikonische Alpenseen zurück.

„Triple Lac 100“ von Sarah Thomas

DatumSeeStart/ZielDistanzZeit
15. SeptemberBodenseeBodman-Bregenz64 km19:51:12 Std.
18. SeptemberZürichseeZürich-Schmerikon37 km11:10:10 Std.
25./26. SeptemberGenfer SeeGenf-Montreux70 km24:33:04 Std.

Wilder Bodensee, Ruhe in Zürich

Der Auftakt erfolgte am 15. September im Bodensee – exakt sechs Jahre nach ihrer legendären Vierfach-Durchquerung des Ärmelkanals. Bei stürmischem Wind und Wellen von über einem Meter blieb sie auf der Strecke Bodman–Bregenz (64 Kilometer) als Erste unter der Marke von 20 Stunden. Wie üblich trug die Schwimmerin lediglich Badeanzug, Badekappe und Schwimmbrille. Zusätzlich cremt sich Thomas dick ein, um ihre Haut vor Sonnenbrand und Austrocknen zu schützen.

Nur drei Tage später folgte der Zürichsee, diesmal unter perfekten Bedingungen: ruhiges Wasser und Sonnenschein. Anders als beim traditionellen Zürichseeschwimmen, das über 26 Kilometer von Zürich nach Rapperswil führt, schwamm Thomas am Zielort vorbei bis nach Schmerikon. So kamen insgesamt 37 Kilometer zusammen. „Die kurze Pause nach dem wilden Bodensee hatte mich nervös gemacht“, schrieb Thomas später auf Instagram. „Aber ich hätte mir keine Sorgen machen müssen. Zürich war nett und sanft. Meine Crew sonnte an Deck und langweilte sich.“

Zum Abschluss 70 Kilometer

Den krönenden und harten Abschluss bildete der Genfer See. 70 Kilometer von Genf bis Schloss Chillon bei Montreux, begleitet von Regen, Kälte und heftigem Gegenwind. Die Bedingungen forderten der erfahrenen Schwimmerin alles ab. „Ich war lange nicht mehr so nahe dran, aufzugeben“, gibt Thomas offen zu. Doch auch hier hielt sie durch und erreichte nach einer durchschwommenen Nacht und 24 Stunden und 33 Minuten im Wasser das Ziel – erschöpft, aber stolz.

Warum Sarah Thomas all die Leiden auf sich nimmt? „Weil es Spaß macht!“, sagt sie. Trotz Schmerzen und Erschöpfung steht für Thomas die Freude am Freiwasserschwimmen im Vordergrund. Dass sie überhaupt schwimmen kann, grenzt eigentlich an ein Wunder. 2017 erhielt sie eine Brustkrebsdiagnose, kehrte jedoch nach Operation und Chemotherapie stärker denn je zurück. 2019 schrieb sie als erste Person, die den Ärmelkanal viermal in Folge durchschwamm, Sportgeschichte.

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Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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