Samstag, 15. Juni 2024

Jacob Heidtmann beendet seine Karriere

Frank Wechsel

Zweimal startete er bei den Olympischen Spielen, dreimal schwamm er im Finale einer Weltmeisterschaft und 2018 sicherte er sich mit der gemischten Staffel über 4 x 200 Meter Freistil Gold bei den Europameisterschaften in Glasgow, außerdem stellte er im WM-Finale 2015 den bis heute gültigen Deutschen Rekord über 400 Meter Lagen auf. Jetzt ist Schluss für Jacob Heidtmann. In einem Instagram-Post verabschiedete sich der 27-Jährige am Sonntag vom Schwimmsport.

Als Startschwimmer zum EM-Titel

„Nach 20 Jahren im Schwimmsport, 11 Jahren in der Nationalmannschaft und unzähligen wunderschönen wie auch lehrreichen Erlebnissen ist für mich nun die Zeit gekommen, die Schwimmbrille an den Nagel zu hängen“, schreibt er. Seine Entscheidung zu diesem Schritt begründet Heidtmann damit, dass er nach den Spielen in Tokio „nicht mehr dieses Feuer“ in sich spürte, „mit dem ich einst für diesen Sport gebrannt habe.“ Auch nach einer längeren Auszeit kam diese Begeisterung nicht mehr zurück.

Seinen größten internationalen Erfolg feierte Jacob Heidtmann 2018 bei den Europameisterschaften in Glasgow. Bei der Premiere der gemischten Staffel über 4 x 200 Meter Freistil schwamm er gemeinsam mit Annika Bruhn, Reva Foos und Henning Mühlleitner zum EM-Titel. Als Startschwimmer der Staffel übergab Heidtmann in Führung liegend an seine Teamkameraden und legte damit den Grundstein für die Goldmedaille. In 7:28,43 Minuten siegte das Team schließlich in Europarekordzeit.

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Als Startschwimmer der gemischten Staffel über 4 x 200 Meter Freistil gewann Heidtmann 2018 EM-Gold.

„Ich bin zufrieden“

Heidtmann, der seine Schwimmkarriere „als kleiner, viel zu (hyper-) aktiver Junge“ begonnen hatte, wechselte von der SG Elbe in Pinneberg über Elmshorn an den Olympiastützpunkt Hamburg. Die zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio verbrachte er in den USA, wo er in San Diego seine Bahnen zog. Auf seine Karriere blickt der ehemalige Sportsoldat zufrieden zurück, jetzt freue er sich darauf, „den Abschluss meines Studiums anzugehen und mehr Zeit für Familie & Freund*innen zu haben“.

Frank Wechsel In Tokio startete Jacob Heidtmann bei seinen zweiten Olymnpischen Spielen.

Teamplayer und beliebter Athlet

Ein Blick in die Kommentare verrät: Mit Jacob Heidtmann verabschiedet sich ein äußerst beliebter Athlet aus dem Schwimmbecken. Auch Bernd Berkhahn, einer von Heidtmanns ehemaligen Trainern, findet lobende Worte: „Als Trainer ist man natürlich immer stolz, wenn ein Sportler, der bei einem anfängt, dann solch eine tolle Karriere schafft. Er war nicht nur in den Einzelrennen stark, sondern auch immer eine sichere Bank in den Staffeln.“ Doch nicht nur im Schwimmbecken habe der 27-Jährige seine Stärken ausgespielt, auch als Aktivensprecher konnte das Team auf ihn zählen. „Jacob war immer ein Teamplayer und sehr wichtig für die Nationalmannschaft, deren Spirit er stark prägte“, so Berkhahn.

Zum Abschluss seines Posts bedankt sich Heidtmann noch einmal bei allen seinen Supportern, Trainern, Unterstützern und seiner Familie. Ein Dank des Deutschen Rekordhalters über 400 Meter Lagen geht außerdem an die „freiwilligen Helfer*innen, ohne die es nie solch tolle Sportveranstaltungen in Deutschland geben würde“. Komplett vom Schwimmsport verabschieden wird Heidtmann sich jedoch nicht. „Auch in Zukunft werde ich diesen tollen Sport verfolgen und drücke allen Athlet*innen, die täglich ihre Träume im Schwimmbecken verfolgen, ganz fest die Daumen!“, schreibt er. Bernd Berkhahn habe ihn schon gebeten, auch in Zukunft das DSV-Team bei Bedarf weiter zu unterstützen, heißt es beim DSV.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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