André Wiersig ist zurück auf Helgoland. Zum 200. Jubiläum des Seebads will der Abenteurer aus Paderborn die Insel schwimmend umrunden.

Als André Wiersig im August 2021 nach 18 Stunden und 14 Minuten Schwimmzeit auf Helgoland an Land ging, hatte er Sportgeschichte geschrieben. Der Extremschwimmer aus Paderborn war als erster Mensch vom deutschen Festland zur einzigen deutschen Hochseeinsel geschwommen – fast 50 Kilometer kämpfte er sich damals durch die raue Nordsee (mehr dazu hier). Fünf Jahre später zieht es ihn erneut aufs Meer zu dem roten Felsen: Am 6. Juni will Wiersig die komplette Hauptinsel umrunden. Die Aktion ist Teil der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Nordseeheilbads Helgoland.
Für Wiersig ist die Insel weit mehr als nur ein Ziel auf der Landkarte. „Helgoland – kann man da hinschwimmen?“ Diese Frage habe ihn bereits als Kind beschäftigt, schreibt er auf seiner Website. Aus dieser Neugier entstand später eines seiner größten Abenteuer. Nach langer Vorbereitung wagte er 2021 das Abenteuer und schwamm vom Strand in St. Peter-Ording bis nach Helgoland. Sein Fazit damals: „Ja, man kann.“

4 Stunden Schwimmzeit erwartet
Nun wartet die nächste Herausforderung. Sofern die Bedingungen passen, wird Wiersig am Sonntag um 9:30 Uhr an der Landungsbrücke ins Wasser gehen und dann die Hauptinsel umrunden. Für die etwa 10 Kilometer lange Strecke rechnet er mit rund vier Stunden Schwimmzeit. Die Ankunft wird damit am Nachmittag erwartet. Wiersig selbst sagte, es sei kein Wettkampf und es gehe ihm nicht um einen Rekord. Es sei „eine Schwimmaktion mit Respekt vor diesem Meer“.
Wiersig ist einer der renommiertesten Extremschwimmer des Landes. Als erster Deutscher absolvierte er die Oceans Seven, die sieben berühmtesten Meerengen der Welt. Trotz seiner internationalen Erfolge hat die Nordsee für ihn einen besonderen Stellenwert. Sie sei eines der anspruchsvollsten Gewässer überhaupt – geprägt von starken Strömungen, wechselhaftem Wetter und kalten Temperaturen.
Die Helgoland-Umrundung verbindet sportliche Herausforderung und Symbolik. Wo Wiersig vor fünf Jahren das Ende einer außergewöhnlichen Mission feierte, beginnt nun ein neues Kapitel. Für die Zuschauer auf der Insel bietet sich die seltene Gelegenheit, einen der bekanntesten Freiwasserschwimmer hautnah bei einer weiteren Nordsee-Mission zu erleben. Alle anderen können das Schwimmen im Tracker mitverfolgen.
