Ernst Bromeis bricht Baikalsee-Schwimmen ab

Ernst Bromeis schwimmt nicht mehr im Baikalsee. Der Schweizer Expeditionsschwimmer muss sein Vorhaben, den siebtgrößten See der Erde zu durchqueren, nach zehn Tagen aufgeben.

| 31. Juli 2019 | AKTUELL

Ernst Bromeis hat sein Projekt im Baikalsee nach 60 Kilometern abgebrochen.

Ernst Bromeis hat sein Projekt im Baikalsee nach 60 Kilometern abgebrochen.

Foto >Maurice Haas

Er wollte 900 Kilometer entlang des Ufers des Baikalsees schwimmen, doch nach rund 60 Kilometern ist Schluss: Gesundheitliche Probleme haben Expeditionsschwimmer Ernst Bromeis zur Aufgabe in Sibirien gezwungen. Er leide seit einigen Tagen an Herz-Rhythmusstörungen, teilte der 51-Jährige mit. "Nachts rast mein Herz - an erholsamen Schlaf ist nicht zu denken", sagte Bromeis. "Tagsüber im Wasser fehlt es mir dann an Energie. Zudem begleitet mich ein Gefühl der Unsicherheit, denn eine Herzkrise im Wasser wäre lebensbedrohlich." Bromeis macht sich seit Jahren mit spektakulären Schwimm-Aktionen für sauberes Wasser stark. Am Baikalsee-Projekt arbeitete er rund zwei Jahre.

Nach dem Start am 11. Juli in Kultuk am Südwestende des Baikalsees wollte Bromeis etwa 900 Kilometer entlang des östlichen Ufers nach Norden schwimmen und somit den See in seiner gesamten Länge durchschwimmen. Begleitet werden sollte der Schweizer an Land von einem dreiköpfigen Team. Gemeinsam wollten sie nach der täglichen Schwimmetappe kochen und in Zelten schlafen. Die technischen Hilfsmittel sollten auf ein Minimum reduziert sein. In den ersten Tagen schwamm Bromeis meist allein. Nur bei besonders risikoreichen Passagen sollte ihn ein Sicherheitsboot begleiteten.

Die gesamte Länge des Baikalsees wollte Ernst Bromeis durchschwimmen.

Die gesamte Länge des Baikalsees wollte Ernst Bromeis durchschwimmen.

Foto >Maurice Haas

Rheinschwimmer kann die Größe kaum fassen

Der Baikalsee ist mit einer Tiefe von bis zu 1.642 Metern der tiefste See der Erde und mit einer Fläche von 31.722 km² fast 60-mal so groß wie der Bodensee. Mit einem Fünftel der weltweiten flüssigen Süßwasserreserven bildet der See das größte Reservoir flüssigen Süßwassers. Bromeis: "Auch nach den Erkundungen und Tage nach Beginn der Expedition kann ich kaum fassen, wie unendlich groß und mächtig der Baikal ist. Kein Wunder, wird er von den Einheimischen auch 'das heilige Meer' und 'die Quelle der Welt' genannt.

Vor fünf Jahren schwamm Bromeis im Rhein von der Quelle im Kanton Graubünden bis zur Mündung in die Nordsee. Damals legte er in mehreren Wochen über 1.200 Kilometer zurück. Zuvor war er alle 200 Seen seines Heimatkantons Graubünden sowie die die größten Seen jedes Schweizer Kantons durchschwommen.