Ilio was? Ob Schulter-, Knie- oder Sprunggelenk – mit diesen Körperstrukturen sind Sportler bestens vertraut. Doch wer weiß schon, wo sein Iliosakralgelenk liegt? Wahrscheinlich nur, wer es dort dort schon einmal mit einer Blockade zu tun hatte – eine äußerst schmerzhafte Erfahrung.
Ein Fehltritt und plötzlich geht gar nichts mehr: Meist sind es einseitig ziehende und ins Bein ausstrahlende Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, die bei Beugung nach vorn zunehmen. Bei einer Blockierung des Iliosakralgelenks sind zudem Maximalbewegungen mit Außenrotation in der Hüfte wie beispielsweise beim Schneidersitz oder beim Spagat entweder gar nicht oder nur mit starken Schmerzen möglich. Die eingeschränkten Bewegungsumfänge im Bereich des unteren Rückens, des Beckens sowie gegebenenfalls der Beine und das Gefühl, „etwas sei eingeklemmt“, werden von akuten Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks (ISG) begleitet. Durch die knöcherne Verschiebung werden die sensiblen Versorgungsnervenäste der kleinen Wirbel- oder Kreuzbein-Darmbein-Gelenke irritiert, wodurch die Schmerzen vom Rücken über das Gesäß in die Leiste oder bis zum Knie ausstrahlen können.
Doch wie kommt es überhaupt zu einer Blockierung des ISG, von der Sportler besonders häufig betroffen sind? Durch eine „falsche“, unvorhergesehene Bewegung und Krafteinwirkung, wie etwa einen „Tritt ins Leere“ bei einer übersehenen Treppenstufe vor dem Schwimmbad, ein „Verheben“ oder bei jungen Eltern durch das einseitige Tragen des Kinds kann sich die straffe Verbindung zwischen Kreuzbein und Becken verschieben.
ISG
Das Iliosakralgelenk (kurz ISG) befindet sich am unteren Teil des Rückens, also im Anschluss unterhalb der Lendenwirbelsäule. Dort, wo das Kreuzbein (Sakrum) an die Beckenschaufeln (Ilium) grenzt, gibt es ein rechtes und ein linkes ISG. Es wird durch Bänder und Muskeln stabilisiert und kann nicht willkürlich bewegt werden. Als straffes Gelenk lässt es nur eine Bewegung von maximal einem Millimeter zu. Die möglichen Bewegungen werden Nutation und Gegennutation genannt, wobei die Nutation eine Vergrößerung des Beckenrings bewirkt – das ist ein wichtiger Aspekt beim Geburtsakt.