Smart Goggle von Finis im Test
“Ich muss noch meine Schwimmbrille aufladen”

Smarte Technik hält auch im Schwimmsport Einzug. Diese Schwimmbrille von Finis zeigt Zwischenzeiten in Echtzeit an.

Peter Jacob

Wer mit den Worten „Ich musste noch meine Schwimmbrille aufladen“ zu spät zum Training erscheint, muss mit verwunderten Blicken seiner Teamkollegen rechnen. In naher Zukunft dürfte sich das ändern, denn der Stellenwert intelligenter Technik dürfte auch im Schwimmen immer größer werden. Die “Smart Goggle” von Finis zählt zur ersten Generation smarter Schwimmbrillen, die den Athleten beim Kraulen mit Live-Informationen über Zeiten, Splits und Pausen auf dem Laufenden hält – Gadgetherz, was willst du mehr?

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Die Schwimmbrille des kalifornischen Herstellers kommt in zwei schicken Kartons daher. In dem einen befindet sich Brille mit unterschiedlich großen Nasenstegen, im zweiten das Herzstück des Sets: ein kleiner Computer mit Display, der in das linke Brillenglas geclipt wird. Die Sicht nach links ist dadurch zwar zu etwa einem Drittel eingeschränkt. Doch das ist ein Kompromiss, den es hinzunehmen gilt.

Automatisches Tracking

Ist die Schwimmbrille mit der dazugehörigen Ciye-Swim-App eingerichtet, reicht ein Knopfdruck, und “Start Swim!” erscheint im Display. Von nun an trackt die Brille das komplette Training mit Bewegungssensoren automatisch. Bei einer Serie von 5 x 200 Metern auf der 50-Meter-Bahn mit 30 Sekunden Pause sieht das so aus: Mit dem Abstoß startet die Uhr, anschließend informiert die Brille nach jeder Wende über den 50-Meter-Split. Zum Ablesen der Werte reicht ein leichtes Schielen zur linken Seite. Nach 200 Metern kann die Gesamtzeit für einige Sekunden abgelesen werden, dann startet eine neue Uhr mit der Pausenzeit. Sind 30 Sekunden erreicht, erfolgt der nächste Start.

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Nach dem Training lässt sich die Einheit über Bluetooth aufs Smartphone übertragen und in der App Bahn für Bahn analysieren. Ihre Stärken spielt die smarte Technik eindeutig auf längeren Kraulstrecken aus. Probleme bekommen die Sensoren leider mit Technikübungen, Beine oder wechselnden Schwimmarten – wer öfters mit einer Sportuhr am Handgelenk schwimmt, kennt das. Dann kann es passieren, dass falsche Werte registriert werden und die Meterzahlen bei der Auswertung nicht mehr stimmen.

Technik

Die Zeitmessung funktionierte im Test einwandfrei, und auch die Auswertung mit der App lieferte bei normalen Schwimmstrecken (z. B. 100 Meter Rücken, 200 Meter Lagen oder 800 Meter Freistil) größtenteils korrekte Daten. Leider sind die Sensoren bei Technikübungen überfordert, für komplexe Trainingseinheiten ist die Aufzeichnung deshalb eher ungeeignet. Das einfach gestaltete Display ließ sich während des Schwimmens durch leichtes Schielen nach links gut ablesen.

Bewertung

Laden und Übertragen

Aufgeladen wird der Akku über USB, die Datenübertragung erfolgt kabellos per Bluetooth. Das klappte einfach und ist funktional.

Bewertung

Passorm 

Die recht steife Brille hielt zwar gut dicht, fing beim Testschwimmer aber schon nach kurzer Zeit an, unangenehm um die Augenpartie zu drücken. Dies kann an der individuellen Gesichtsform liegen, ist aber dennoch schade bei einer Schwimmbrille dieser Preiskategorie.

Bewertung

Preis/Leistung 

Mit 235 Euro für die Schwimmbrille hat die neue Technik hat einen stolzen Preis. Allerdings müssen die sicher nicht unerheblichen Entwicklungskosten eingerechnet werden. Nimmt das Angebot smarter Schwimmbrillen zu, dürften die Preise bald deutlich sinken.

Bewertung

Fazit 

Zum Pacing und zur Motivation liefert die Smart Goggle spannende Informationen in Echtzeit. Den mitstoppenden Trainer am Beckenrand wird die Brille aber so schnell nicht ersetzen. Dafür sind die registrierten Zeiten noch nicht exakt genug. In Zukunft wäre die Ausstattung mit GPS-Sensor wünschenswert. Das würde die Funktionalität erweitern und die Smart Goggle auch für Freiwasserschwimmer interessant machen.

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