Gold für die deutsche Staffel, Gold für Florian Wellbrock: Angeführt vom jetzt vierfachen Weltmeister ließ das DSV-Quartett alle anderen hinter sich.

Goldenes Finale für das deutsche Freiwasserteam bei der Schwimm-WM in Singapur: Mit einem taktisch klugen Rennen und einer starken Teamleistung hat sich das DSV-Quartett mit Celine Rieder, Oliver Klemet, Isabel Gose und Florian Wellbrock den Weltmeistertitel in der 4×1,5-Kilometer-Staffel gesichert. In 1:09:13,3 Stunden schlug Schlussschwimmer Wellbrock knapp vor Italien und Ungarn an – es war bereits die vierte Goldmedaille für den Magdeburger, der damit bei allen Freiwasserrennen ganz oben auf dem Podest stand.
Im Mittelpunkt stand Wellbrock, doch die Vorarbeit leisteten die Teamkollegen mit starken Einzelleistungen. Anders als bei den meisten Rennen setzte Bundestrainer Bernd Berkhahn diesmal nicht auf eine Frau-Frau-Mann-Mann-Aufstellung. Stattdessen schwamm Olier Klemet auf zwei und Isabel Gose auf drei. Der taktische Move ging perfekt auf. Rieder eröffnete das Rennen und hielt die deutschen Medaillenchancen mit einem kontrollierten Auftritt auf Kurs. Klemet übernahm und hielt mit dem Franzosen Marc-Antoine Olivier mit, sodass sich das Duo einen Vorsprung auf die Verfolger erarbeitete. Anschließend übernahm Gose, schob sich direkt an der Französin Ines Delacroix vorbei und verschaffte dem Team mit einem Zehn-Sekunden-Vorsprung eine komfortable Ausgangsposition für den Schlussabschnitt.

„Ich bin unfassbar stolz.“
Beim Wechsel lag Deutschland in Führung, doch mit Weltklasseschwimmern wie Gregorio Paltrinieri (Italien) und David Bethlehem (Ungarn) im Nacken war höchste Konzentration gefragt. Wellbrock ließ sich aber nicht beeindrucken: Immer wenn die Konkurrenz aufschloss, konterte er souverän. „Als ich gesehen habe, dass Greg hinter mir ist, wusste ich: Jetzt darf ich mir nichts mehr erlauben“, schilderte er später. Mit einem letzten Kraftakt brachte er den knappen Vorsprung ins Ziel – und sorgte für einen weiteren Gänsehautmoment für das deutsche Team.
Nach Siegen über fünf und zehn Kilometer sowie im Knockout-Sprint blieb Wellbrock auch in seinem letzten Rennen ungeschlagen. „Ich bin unfassbar stolz. Vier Starts, vier Goldmedaillen – damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte Wellbrock. „Ich wusste, wir können heute Geschichte schreiben. Dass es am Ende so aufgegangen ist, ist einfach fantastisch.“
Für Deutschland war es der insgesamt fünfte WM-Titel in der Freiwasserstaffel – und ein Beweis dafür, dass die Mischung aus kluger Taktik und mannschaftlicher Geschlossenheit der Schlüssel zum Erfolg ist. Alle vier Staffelschwimmer*innen trainieren unter Bundestrainer Bernd Berkhahn in Magdeburg – ein Erfolgsmodell, das in Singapur erneut aufgegangen ist.
