Harter Tag für die deutschen Freiwasserschwimmer beim 10-Kilometer-Weltcup vor Ibiza. Mit Lea Boy schaffte es nur eine Athletin in die Top Ten.
Schwierige Bedingungen haben den deutschen Freiwasserschwimmerinnen und Freiwasserschwimmern beim Weltcup im Mittelmeer vor Ibiza mächtig Probleme bereitet. Durchgeschüttelt von brechenden Wellen landete Vierfach-Weltmeister Florian Wellbrock bei nur 18,6 Grad Wassertemperatur lediglich auf Platz 30. Beim Sieg des Ungarn David Bethlehem konnte der Magdeburger nur vier von sechs Runden ganz vorn mithalten. Im Rennen der Frauen war Lea Boy mit Platz sieben aufgrund des Rennverlaufs zufrieden.
„Das Rennen war dadurch sehr hart“
Boy war beim Weltcup-Auftakt in Soma Bay auf Platz drei geschwommen. Diesmal musste sie die Spitzengruppe auf der letzten 1,66-Kilometer-Schleife ziehen lassen und wurde nach 2:00:51,6 Stunden Siebte. Zwei Minuten schneller war Siegerin Moesha Johnson aus Australien. Die Olympiasiegerin, die in Magdeburg trainiert, kam mit den Bedingungen am besten zurecht und verwies in 1:58:51,3 Stunden Angela Martinez Guillen aus Spanien auf Platz zwei (1:58:56,3 Stunden). Dritte wurde Viktoria Mihalyvari-Farkas aus Ungarn in 1:59:01,3 Stunden.
Der DSV zitierte Boy nach dem Rennen wie folgt: „Wir haben am Vorabend mit einem Rennen im Neoprenanzug gerechnet, aber dann waren es plötzlich doch 18,6 Grad. Und das ist ohne Neo dann richtig kalt. Aber das größere Problem waren letztlich die Wellen.“ Und weiter: „Das Rennen war dadurch sehr hart, ich habe in der letzten Runde dann leider den Anschluss verloren. Was wohl auch daran lag, dass ich bei der Verpflegungsstation zweimal nicht zum Zug kam. Unter diesen Umständen darf ich mit dem Ergebnis nicht unzufrieden sein.“
Wellbrock im Formtief?
Bei den Männern zeigte sich zu Beginn des Rennens Oliver Klemet an der Spitze des rund 100 Schwimmer großen Feldes. Dann schwamm Florian Wellbrock lange Zeit vorn mit. Doch anders als zuletzt bei seinem Sieg in Soma Bay wieder gesehen, diktierte der Magdeburger diesmal nicht die Pace, sondern überließ seinen Konkurrenten David Bethlehem und Gregorio Paltrnieri die Führungsarbeit. Am Ende der fünften Runde lag Wellbrock mit einigen Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz. Jedoch fiel er auf der letzten Runde immer weiter zurück.
Den Sieg sicherte sich David Bethlehem nach einem beherzten Schlussspurt in 1:52:39,9 Stunden vor Sacha Velly aus Frankreich (1:52:44,2 Stunden). Dritter wurde Andrea Filadelly in 1:52:45,0 Stunden. Auch 1.500-Meter-Olympiasieger Paltrineiri hatte mit der Entscheidung nichts zu tun. Der Italiener wurde 19. Wellbrock kam als 30. mit mehr als 1:20 Minuten Rückstand ins Ziel. Oliver Klemet gab das Rennen wie 24 andere Athleten auf. Nach DSV-Angaben war der Frankfurter vom kalten Wasser durchgefroren.
Für Wellbrock reiht sich das enttäuschende Resultat in eine Reihe vergleichsweise schwacher Ergebnisse ein. Schon beim Hallen-Meeting in Stockholm vor zwei Wochen konnte er nur zuschauen, wie Teamkollege Johannes Liebmann Europarekord über 800 Meter schwamm. Auch über 1.500 Meter Freistil verpasste Wellbrock in 15:15,79 Minuten die Becken-Norm für die Europameisterschaften deutlich.