Montag, 22. April 2024

Schwimmbadverkehrsordnung | 5 Tipps für sicheres Überholen

Überholmanöver sind beim Schwimmen wahre Stressmomente. Das gilt besonders dann, wenn du deine Bahnen im öffentlichen Badebetrieb ziehst. Mit den folgenden Tipps klappt der Überholvorgang.

Frank Wechsel / spomedis Wenn es optimal läuft, können während des Überholvorgangs alle Beteiligten weiterschwimmen.

Tipp 1: Behalte die Bahn im Blick

Halte deine Augen beim Training offen und versuche, das Geschehen auf der Bahn so gut es geht aufzunehmen. Wie viele Schwimmerinnen und Schwimmer sind auf heute auf deiner Bahn. Wer schwimmt mit Pausen und wer absolviert ein Dauerschwimmen ohne anzuhalten? Welche Lagen werden geschwommen? Hole ich gegenüber langsameren Sportlern eher eine Sekunde oder 15 Meter pro Bahn auf? Gibt es hinter mir Schnellere, die gleich mit Siebenmeilenstiefel an mir vorbei wollen? Wer weiß, was auf der Bahn gerade abgeht, kann sich ausrechnen, wann es zu Überholmanövern kommen wird und ist auch nicht überrascht, wenn von hinten jemand vorbei will.

Tipp 2: Nutze die Mitte der Bahn

Überholt wird in der Mitte der Bahn! Schwimme dazu möglichst dicht an deinen Vordermann heran und schere dann für den Überholvorgang in die Mitte über den schwarzen Balken aus. Natürlich ohne dabei fremde Füße zu berühren und mit Blick auf den Gegenverkehr. Im Optimalfall setzt du am Anfang der Bahn zum Überholen an und bist spätestens am Ende der Bahn vorbei. Reicht der Platz bis dahin nicht mehr aus, wird es tricky. Dann musst du entscheiden: Entweder bringst du dich schon mal für die nächste Bahn in eine gute Position (siehe Tipp Nr. 4) oder du schwimmst zumindest so weit links neben deinen Vordermann, dass dieser dich sehen und entsprechend reagieren kann. Mit einer schnellen Wende bist du dann gleich zu Beginn der nächsten Bahn am langsameren Schwimmer vorbei.

Tipp 3: Zügig vorbei (lassen)

Überhole nur, wenn du auch wirklich einen Tacken schneller unterwegs bist! Es ist wie auf der Autobahn: Wer erst überholt und dann langsamer wird, macht sich bei anderen unbeliebt. Erhöhe gegebenenfalls dein Tempo, um das Manöver zügig abzuschließen. Schwimmst du gerade Delfin, Rücken oder Brust macht es je nach Platzsituation Sinn, kurz in den Kraulstil zu wechseln. Auch als Überholter solltest du an einem reibungslosen Ablauf mitarbeiten. Schwimme nicht schneller, wenn dich jemand passieren will, sondern halte dein Tempo oder reduziere es leicht.

Tipp 4: Plane die Wende mit ein

Wenn es passt, kannst du die Wende in dein Überholmanöver einbeziehen. Zieht dein Vordermann kurz vor der Wand für seine (Roll-)Wende Richtung Bahnmitte, nutzt du den Platz rechts an der Leine, um möglichst dicht heranzukommen. Eventuell bist du mit den Händen schon neben den Beinen deines Vordermanns, wenn du selbst die Wende anvisierst. Nun helfen eine schnelle Drehung und ein kräftiger Abstoß, um nach der Wende bereits neben den langsameren Schwimmer zu kommen. Dann ist die Hälfte bereits geschafft. Etwas Platz sollte für dieses Manöver auf Bahn vorhanden sein und der ganze Vorgang klappt umso besser, je mehr Erfahrung alle Mitschwimmenden haben. Wem es als Überholter nicht auf die Sekunde ankommt oder wer in Panik verfällt, sobald von hinten jemand kommt, kann an der Wende auch kurz anhalten und den Hintermann vorbeilassen. Am besten schwimmt man auch dafür etwas Richtung Mitte, um dem schnelleren Schwimmer sowohl links als auch rechts genügend Platz zu lassen.

Tipp 5: Beharre nicht auf deinem Recht

Smartes Schwimmen ist der beste Weg, gefährliche Situationen beim Überholen zu vermeiden. Das geht schon mit der Frage los, ob ein Überholvorgang überhaupt nötig ist. Bist du auf deiner letzten Bahn oder bist du dir sicher, dass dein Vordermann seine Strecke gleich beenden wird, dann kannst du dir das Manöver eventuell sparen. Das Gleiche gilt für den Fall, dass der vordere Schwimmer nur minimal langsamer ist. Lohnt es sich wirklich, vorbeizuschwimmen, nur um danach eine Sekunde pro 100 Meter schneller zu sein? Und wenn du nicht gerade Tempo bolzt, kannst du vielleicht für eine Bahn von Kraul zu Rücken oder Brust wechseln, um in der hinteren Position zu bleiben. Smart schwimmen bedeutet außerdem, beim Start nach vorn zu denken. Schwimme nicht direkt los, wenn ein schnellerer Sportler zur Wende ansetzt, du zwingst ihn sonst dazu, dich zu überholen. Gleichzeitig solltest du beim Abstoß immer genügend Abstand (mindestens fünf Sekunden) zu deinen Vorschwimmer halten.

Noch mal in aller Kürze:

  • Überhole nur, wenn es sein muss, du tatsächlich schneller bist und der Platz ausreicht
  • Schwimme rechts an der Leine und zum Überholen in die Bahnmitte
  • Nutze ggf. eine schnelle Wende zum Überholen
  • Werde nicht schneller, wenn du überholt wirst
  • Lass schnellere Schwimmer an der Wende vorbei
  • Nimm Rücksicht und schwimme smart!
Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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