Berlin setzt in seiner Olympiabewerbung auf spektakuläre Schwimm-Wettbewerbe: Geplant sind ein neues Olympia-Bad für 15.000 Zuschauer im Olympiapark – und Freiwasserrennen mitten in der Spree.
Berlin macht Ernst im Rennen um eine mögliche deutsche Olympiabewerbung. Am Dienstag stellte der Senat das Konzept „BERLIN+“ vor, mit dem sich die Hauptstadt für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben will. Besonders spannend aus Schwimmsicht: Berlin plant eine große temporäre Schwimmarena im Olympiapark und spektakuläre Freiwasser-Rennen mitten in der Spree.
Im Mittelpunkt der Schwimmpläne steht das historische Sommerbad im Olympiapark direkt neben dem heutigen Olympiastadion. Die Anlage wurde für die Olympischen Schwimm-Wettbewerbe 1936 gebaut und dient heute als normales Sommerfreibad (Saisoneröffnung: 31. Mai, Eintritt: 6,50 Euro). Das Bad ist umgeben von zwei Beton-Tribünen, die 1936 etwa 7.600 Zuschauern Platz boten.
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Berlin will nachhaltige Spiele ohne Gigantismus
Die Kapazität wurde damals durch hölzerne Zusatztribünen auf 18.500 Plätze erweitert. An dieser Stelle würde für die Spiele eine neue Wettkampfstätte für etwa 15.000 Zuschauer entstehen. Das bestehende Becken müsste unter anderem von acht auf zehn Bahnen erweitert und massiv modernisiert werden. Die denkmalgeschützten Tribünen will Sportsenatorin Iris Spranger laut sportschau.de „entsprechend anfassen und nach außen ziehen“. Nach den Spielen hätte Berlin dann eine zusätzliche, ganzjährig nutzbare Wasserfläche, so Spranger.
Wenn ein Umbau auch viele Millionen kosten dürfte, passt die Lösung zur Grundidee der Bewerbung. Laut Senat sollen 97 Prozent aller Wettkämpfe in bereits vorhandenen Sportstätten stattfinden. Berlin wolle bewusst „nachhaltige Spiele“ ohne gigantische Neubauten präsentieren.
Und was passiert mit der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark? Die zurzeit wichtigste Schwimmarena Deutschlands wurde in den 1990ern zusammen mit dem benachbarten Velodrom für die damalige Olympiabewerbung für das Jahr 2000 gebaut. Entsprechend ist die Halle für ein heutiges Schwimm-Großereignis nicht mehr zeitgemäß und mit 4.000 Zuschauerplätzen auch viel zu klein. Die SSE würde aber für Wettbewerbe im Wasserspringen, Synchronschwimmen sowie die Wasserball-Vorrunde genutzt werden.
Schwimmen in der Spree
Spektakulärer sind die Freiwasser-Pläne. Denn die Wettbewerbe sollen laut den Organisatoren am liebsten in der Spree und damit mitten in der Stadt stattfinden. Das Konzept erinnert an Paris 2024 – mit ähnlichen Aspekten wie Wasserqualität und hohen Kosten.
Auch sonst setzt die Berliner Bewerbung stark auf ikonische Stadtkulissen. Die Eröffnungsfeier soll auf dem Tempelhofer Feld stattfinden, Medaillen könnten am Brandenburger Tor vergeben werden. Sport und Stadtbild sollen möglichst eng verschmelzen.
Ob Berlin den Zuschlag erhält, entscheidet sich im September. Dann legt der DOSB fest, mit welcher Stadt bzw. Region Deutschland ins Rennen um die Spiele gehen wird. Neben Berlin treten München, Hamburg und Rhein-Ruhr an.