Schwimmen vor zehntausenden Fans? Die Olympia-Pläne für Gelsenkirchen setzen auf ein spektakuläres Konzept – und auf die Zustimmung der Bürger.
Beim Thema Schwimmen setzt die Olympiabewerbung „KölnRheinRuhr“ voll auf die Schalke-Arena in Gelsenkirchen. „60.000 Zuschauer beim Schwimmsport, das gab es bisher noch nicht“, sagte kürzlich Andrea Henze der WAZ. Die Oberbürgermeisterin kündigte außerdem an: „Wir werden in die Infrastruktur investieren. Wir würden auch in den Schwimmsport noch einmal investieren und ihn fördern.“
Und so sieht die Vision „Schwimmen Auf Schalke“ aus: In und um die Veltins-Arena soll der sogenannte Aquatic Hub für die Sportarten Schwimmen, Synchronschwimmen, Turmspringen, Wasserball sowie Para-Schwimmen entstehen. Dafür sollen ein 50-Meter-Wettkampfbecken und ein separates Ein- und Ausschwimmbecken als temporäre Installationen eingebaut werden. Dazu kämen Startbrücken, Anschlagplatten, Zeitnahmetechnik, TV-Infrastruktur und ein angepasstes Klimakonzept mit kontrollierter Luftfeuchte.
Schwimmen auf Schalke: Gelsenkirchen will Olympia
Umbauten dieser Art sind technisch erprobt, weil internationale Verbände und Großveranstalter schon mehrfach Arenen kurzfristig in Schwimmstätten verwandelten. Bei der WM 2015 im russischen Kasan wurde ebenfalls in einem Fußballstadion geschwommen. Dieses war allerdings offen und nicht überdacht. Für die Arena sprechen die große Zuschauerkapazität und die Verkehrsanbindung im dicht vernetzten Ruhrgebiet. Eine Herausforderung könnte in der Statik für wassergefüllte Becken liegen. Ein Olympiapool fasst mehr als 3,7 Millionen Liter Wasser.
Für die Bewerbung „KölnRheinRuhr“ haben sich 17 Städte in NRW zusammengeschlossen. Dabei geht es um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. In allen betreffenden Städten findet am 19. April ein Bürgerentscheid statt. Erst danach steht fest, ob „KölnRheinRuhr“ tatsächlich gegen München (hat schon abgestimmt), Hamburg (Abstimmung folgt im Mai) und Berlin antritt. Mit welcher Stadt oder Region Deutschland am Ende für die Spiele kandidiert, will der DOSB im Herbst entscheiden.