Samstag, 1. Juni 2024

Dopingsperre abgelaufen | Sun Yang will zurück ins Wasser

Nach vier Jahren, in denen er wegen einer Dopingsperre nicht an Wettkämpfen teilnehmen durfte, möchte Olympiasieger Sun Yang offenbar wieder ins Wettkampfgeschehen einsteigen.

Sun Yang
Jo Kleindl Sun Yang jubelt nach einem Rennen bei der WM 2019.

Vier Jahre lang war Sun Yang wegen Dopings gesperrt. Eigentlich hätten es acht sein sollen, doch der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die Strafe für den Chinesen nach einer juristischen Odyssee auf vier Jahre reduziert. Jetzt ist die Sperre am 28. Mai abgelaufen.

In der staatlichen chinesischen Zeitung „The Paper“ sagte der dreifache Olympiasieger, dass er eine Rückkehr in den Wettkampfsport anstrebe. „Ich hoffe, dass ich mir einen Wettkampf aussuchen und so schnell wie möglich wieder an den Start gehen kann“, sagte der 32-Jährige. Ob er durch eine Ausnahmeregelung noch die Chance bekommt, an den Olympischen Spielen in Paris teilzunehmen, bleibt abzuwarten. Während der Qualifikationszeitraum für die Spiele noch bis Ende Juni geht, hat der Schwimmverband Chinas andere Regularien für die nationale Qualifikation zugrunde gelegt. Demnach wurde das Team für Paris bereits im April nominiert.

„Es ist keine große Sache“

Sollte er nicht in Paris starten dürfen, wäre es für Yang nicht schade drum. „Die Olympischen Spiele sind für mich nur ein Wettbewerb, sie werden enden, und danach wird es einen weiteren geben“, sagte er. „Ich mache jetzt, wo ich wieder im Training bin, häufig simulierte Wettkampftest. Ich versuche, dieses Wettkampfgefühl wiederzuerlangen.“

Langfristige Auswirkungen habe die Sperre laut Yang nicht gehabt. „Wenn ich zurückblicke, denke ich, dass es wirklich keine große Sache ist“, sagte er. „Die größte Veränderung in den letzten vier Jahren ist, dass ich eine Familie gegründet habe und jetzt eine weitere Hälfte habe. Diese vier Jahre haben meinem Leben etwas Farbe verliehen.“

Während Sun Yang seine Dopingsperre abgesessen hat und wieder ins Wettkampfgeschehen einsteigen könnte, sind die chinesischen Schwimmer wegen einer anderen Dopinggeschichte in den Medien. Anfang 2021 sollen 23 Athletinnen und Athleten positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden sein, später gewannen einige von ihnen Olympiagold.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.