Zwei Weltrekorde an einem Tag
Riesenerfolg in Tokio | Elena Krawzow und Taliso Engel schwimmen zum Gold-Doppel

Zwei Goldmedaillen über 100 Meter Brust darf das deutsche Para-Schwimmteam zu seiner Ausbeute in Tokio zählen. Elena Krawzow und Taliso Engel setzten sich gegen ihre Konkurrenz durch.

Ralf Kuckuck / DBS Elena Krawzow hat in Tokio Gold gewonnen.

Zweimal Gold in sechs Minuten: Die Brustschwimmer Elena Krawzow und Taliso Engel sind bei den Paralympics in Tokio kurz nacheinander zum Sieg geschwommen. Beide setzten sich über 100 Meter Brust der Sehbehinderten durch. Zuvor hatten sie bereits in den Vorläufen für die schnellsten Zeiten gesorgt. Dem 19-Jährigen Engel gelang im Finale ein neuer Weltrekord.

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Dass die deutschen Para-Schwimmer gut in Form sind, hatten die Athletinnen und Athleten bei den Wettkämpfen in Tokio schon bewiesen. Zwei Bronzemedaillen durch Verena Schott standen vor dem Finalabschnitt am achten Wettkampftag in der Bilanz. Und zwei Goldmedaillen kamen heute hinzu: Über 100 Meter Brust wurde Taliso Engel seiner Favoritenrolle in Startklasse SB 13 gerecht. “Wir haben im Training viel Starts geübt und konnten da noch etwas herausholen”, sagte Engel am ZDF-Mikro. “Ich konnte das deutsche Team auf der Tribüne hören. Alles andere habe ich ausgeblendet.”

Nach seinem Weltrekord im Vorlauf (1:03,52 Minuten) steigerte sich der Engel im Finale noch einmal. Auf den ersten 50 Metern blieb der US-Amerikaner David Henry Abrahams noch in Schlagdistanz, doch dann zog Engel auf der zweiten Rennhälfte mit dem schnellsten Split (33,35 Sekunden) auf und davon. In 1:02,97 Minuten berührte der Deutsche die Wand 1,41 Sekunden vor Abrahams (1:04,38 Minuten) und Nurdaulet Zhumagali aus Kazachstan (1:05,20 Minuten).

“Das war mein Ziel seit zehn Jahren”

Nach ihrem Überraschungssilber in London 2012 und einem enttäuschenden 5. Platz in Rio 2016 krönte sich Krawzow diesmal zum Paralympics-Champion. In 1:13,46 Minuten schwamm sie zwei Sekunden schneller als im Vorlauf und setzte sie sich in der Startklasse S13 im Endspurt gegen Rebecca Redfern durch. Die Britin lag nach der Hälfte des Rennens noch deutlich in Führung, konnte das hohe Tempo mit ihren kurzen Zügen auf der zweiten Bahn aber nicht mehr halten. Krawzow, die im aktuellen SWIM-Interview sagt, dass ihr die nicht-paralympischen 200 Meter Brust sogar noch besser liegen würden, profitierte hinten raus von ihrer deutlich besseren Ausdauer. “Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen”, erklärte die Siegerin nach dem Finale. “Ich bin so froh, dass ich das Rennen gewinnen konnte. Das war mein Ziel seit mehr als zehn Jahren. In London war ich noch sehr jung und hatte keine Erwartungen. Jetzt spüre ich auch Druck. Durch den 5. Platz in Rio habe ich gelernt, dass nicht nur das Körperliche wichtig ist, sondern auch das Mentale.”

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Im selben Rennen belegte Marlene Endrolath bei ihren ersten Paralympics den achten Platz. In 1:20,79 Minuten schwamm die 20-Jährige 1,02 Sekunden schneller als im Vorlauf. Über 400 Meter Freistil schwamm Justin Kaps in 4:15,858 Minuten (Startklasse S10) auf den siebten Platz.

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