"Es wäre möglich gewesen, weiterzuschwimmen"
Andreas Waschburger kritisiert EM-Organisatoren scharf

DSV-Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger ist mit den Abläufen beim EM-Rennen über 25 Kilometer gar nicht glücklich.

Frank Wechsel “Ich mag wellige Bedingungen”, sagt Andreas Waschburger (Archivbild).

Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger hat die EM-Organisatoren nach dem abgebrochenen 25-Kilometer-Rennen hart kritisiert. Der Saarländer zeigte sich tief enttäuscht über den aus seiner Sicht unnötigen Abbruch. Laut dem Olympiateilnehmer von 2012 seien die Bedingungen in Lido di Ostia hart, aber nicht gefährlich gewesen. Auf seiner Facebookseite beklagt Waschburger zudem, dass die italienischen Athleten bevorteil wurden, indem sie früher über das bevorstehende Rennende informiert worden seien.

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Bei heftigem Wind und starkem Wellengang hatte es beim längsten Rennen der Schwimm-EM am Samstag teilweise chaotische Szenen gegeben. Viele Athletinnen und Athleten stiegen vorzeitig aus, andere wurden Berichten zufolge mit Jetskis aus dem Wasser gefischt. Nach dem Rennabbruch in der zehnten von 15 Runden, die drei deutschen Starter Elea Linka, Ben Langner und Waschburger waren noch dabei, schwammen einige Sportler noch orientierungslos weiter. “Es war sehr, sehr gefährlich”, erklärte dazu DSV-Leistungssportdirektor Christian Hansmann. “Keiner wusste, schwimme ich weiter, wo muss ich hinschwimmen? Die Bojen waren nicht mehr zu sehen, weil die Wellen so hoch waren. Aus meiner Sicht haben sie zu spät abgebrochen und den Abbruch nicht richtig vorbereitet.”

“Ich mag wellige Bedingungen”

Waschburger sieht das anders. Seiner Meinung nach hätte das Rennen bis zum Ende geschwommen werden können. “Immer wieder stelle ich mir die Frage: Warum konnten wir nicht weiter schwimmen? Ich mag wellige Bedingungen, spielen sie mir mit meiner langjährigen Freiwasser-Erfahrung gut in die Karten.” Der 35-Jährige ergänzt: “Wir müssen nicht immer in einem ruhigen Fluss oder See schwimmen, wo die Bedingungen meistens die gleichen sind wie in einem Schwimmbad. Wind und Wellen gehören zum Freiwasserschwimmen, zu unserem Sport.”

Zu der Enttäuschung über den Rennabbruch (“Monate der Vorbereitung für nichts”) gesellt sich bei Waschburger Unverständnis über die Kommunikation der Organisatoren. “Leider scheint es so, als wären heimische Sportler besser und viel frühzeitiger informiert gewesen.” So hätten die italienischen Schwimmer schon zwei Runden vor dem Abbruch die Verpflegung ausgelassen und zu dritt attackiert, was zu diesem Frühpunkt “sehr unüblich und taktisch gesehen unmöglich” sei, so Waschburger.

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Der Europäische Schwimmverband entschied nach dem Rennen, keine Wertung durchzuführen. Es besteht bei Freiwasserrennen aber grundsätzlich die Möglichkeit, die Distanz auch während des Wettkampfes zu verringern, falls dies die Umstände erforderlich machen. Es versteht sich von selbst, dass in solch einem Fall alle Teilnehmer rechtzeitig und möglichst gleichzeitig über diese Verkürzung informiert werden sollten. “Das Hauptproblem war die fehlende Kommunikation mit allen Schwimmern, dass wir in die letzte Runde gehen”, schreibt Waschburger, der nun erstmal drei Wochen Urlaub machen will.

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