Spezial-Equipment | Im Triathlon erlaubt, beim Schwimmen verboten

Bei der Ausrüstung fürs Schwimmen haben Triathleten fast unbegrenzte Möglichkeiten. Was der Markt hergibt, kann auch genutzt werden. Im Schwimmen ist das Regelwerk deutlich strenger, wie unsere Beispiele zeigen.

Form „Smart Goggles“ können von Triathleten im Rennen genutzt werden.
Form

Smarte Schwimmbrillen

Schwimmbrillen wie die abgebildete FORM 2 können immer mehr und werden in ihren Berechnungen immer präziser. Ob Schwimmgeschwindigkeit, Splits oder die momentane Armzugfrequenz – fast alles lässt sich inzwischen live in die Brille spiegeln und während des Schwimmens ablesen. Für Triathleten besonders nützlich: Die neusten Modelle zeigen die Schwimmrichtung an, das soll das Finden eines optimalen Kurses zur nächsten Boje erleichtern. Beim Schwimmen sind „Smart Goggles“ nur im Training eine Option. Weder im Freiwasser noch im Becken sind Live-Daten erlaubt. Die Schwimmer sollen auf sich gestellt sein.

Suunto

Smartwatch

Sportuhren sind bei Triathleten gang und gäbe, kaum jemand verzichtet im Rennen auf den Taktgeber am Handgelenk. Beim Schwimmen ist das anders. Hier führt das Tragen einer Uhr schnell zur Disqualifikation. Bei der Begründung heißt es dann, dass der Sportler oder die Sportlerin ein unerlaubtes Hilfsmittel verwendet hätte. Ob die Aufzeichnung mit der Uhr tatsächlich gestartet wurde, spielt keine Rolle.

Huub Neoprenanzüge schützen den Körper vor dem Auskühlen.

Neoprenanzug

Auf dem Markt der Neoprenanzüge können Triathleten so lange testen, bis sie ihr Lieblingsmodell gefunden haben. Vorschriften gibt es so gut wie keine, nur die Materialstärke darf fünf Millimeter nicht überschreiten. Aber daran halten sich sowieso alle Hersteller in diesem Segment. Schwimmerinnen und Schwimmer, die an offiziellen Freiwasserrennen teilnehmen möchten, sollten dagegen genau hinsehen. Denn nur Neoprenanzüge mit dem Logo des Weltverbands dürfen bei diesen Events getragen werden. Der Grund ist einfach: Die Schwimmer sollen bei niedrigen Wassertemperaturen zwar warmgehalten werden, aber nicht mehr als nötig von den Auftriebs- und Gleiteigenschaften des Materials profitieren.

dreamstime.com (Ronstik)

Tape

Tapes kommen im Triathlon bei noch nicht ganz auskurierten Verletzungen, zur Prophylaxe oder bei der gezielten Unterstützung von Muskeln oder Gelenken zum Einsatz. Beim Schwimmen heißt es dagegen: „Es ist keinem Schwimmer erlaubt, ein Hilfsmittel zu benutzen oder zu tragen, das ihm helfen kann, seine Geschwindigkeit, seinen Auftrieb oder seine Ausdauer zu erhöhen. Die Verwendung von Tapes und anderen Hilfsmitteln ist nicht erlaubt.“ In einer Interpretation zum Thema heißt es beim DSV sogar, dass sinnvoll sein kann, bei starken Verletzungen, die getaped werden müssen, die Frage nach der Sportgesundheit zu stellen. Geht es lediglich um die Verbindung zweier Zehen oder Finger, sollte vor dem Rennen eine eventuelle Starterlaubnis beim Schiedsrichter erfragt werden.

Aqua Sphere

Speedsuit

Ist das Wasser zu warm für einen Neoprenanzug, setzen Triathleten gern auf eine Speedsuit (auch Swimskin genannt). Dieser wird über dem eigentlich Rennanzug getragen. Aus Schwimmersicht ist das die nächste Möglichkeit für einen unerlaubten Vorteil, denn die zweite Schwimmhaut sorgt auch ohne Neopren durch Kompression und gute Gleiteigenschaften für schnellere Schwimmzeiten.

Polar

Gadgets

Noch einmal sind wir im Bereich der smarten Helfer unterwegs. Diese können beispielsweise an der Schläfe den Puls messen oder über ein Signal den Takt für den Armzug vorgeben. Denkbar wären auch wasserdichte Mini-Kopfhörer, über die ein Athlet oder eine Athletin vom Coach während des Schwimmens konkrete Anweisungen erhält. Im Training werden solche Features längst genutzt und im Triathlon schert sich wohl niemand darum. Beim Schwimmen sind wir schnell wieder im Bereich der unerlaubten Hilfsmittel. Wobei es einen Unterschied machen kann, ob Daten lediglich für eine spätere Auswertung aufgezeichnet oder dem Schwimmer live übermittelt werden. Im zweiten Fall ist eine DQ vorprogrammiert.

Orca

Neoprenhaube

Bei Kaltwasser den Kopf durch eine Neoprenhaube warm halten? Im Triathlon kein Problem, beim Schwimmen schon. Auf Neopren reagieren die Spezialisten ja per se allergisch. Immerhin zwei Badekappen wären auch bei ihnen erlaubt.

Peter Jacob

Triathlon-Einteiler

Triathlon-Rennanzüge sind beim Schwimmen aus zwei Gründen verboten. Zunächst dürfen Becken-Schwimmanzüge für Männer den Oberkörper und für Frauen die Schultern und Oberarme nicht bedecken. Außerdem dürfen Schwimmerinnen und Schwimmer keine Anzüge tragen, die mit einem Reißverschluss geschlossen werden.
Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.