Sonntag, 16. Juni 2024

WM in Fukuoka | Medaillenschancen für Wellbrock, Gose, Märtens und Co.

Nachdem das deutsche Freiwasser-Team die Wettkämpfe bei der WM in Japan erfolgreich bestanden hat, beginnen am Sonntag die Weltmeisterschaften für die Beckenschwimmerinnen und -schwimmer.

Frank Wechsel Isabel Gose verzichtet bei der WM auf einen Start über 200 Meter Freistil

Wenn die besten Schwimmerinnen und Schwimmer der Welt gegeneinander antreten, sind spannende Rennen an der Tagesordnung. Nachdem die Weltelite in diesem Jahr mit starken Leistungen und sogar Weltrekorden aufhorchen ließ, geht es im japanischen Fukuoka um Titel, Medaillen und die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Paris.

Deutsche Medaillenchancen

Nach der mehrjährigen Durststrecke hat das deutsche Team im internationalen Vergleich aufgeholt, nicht zuletzt durch Florian Wellbrock, der in Japan bereits im Freiwasser erfolgreich war. Im Becken tritt der 25-Jährige über 800 und 1.500 Meter Freistil an, dabei trifft er auf seine Trainingspartner Lukas Märtens und Mykhailo Romanchuk, außerdem auf den amtierenden 1.500-Meter-Freistil-Weltmeister Gregorio Platrinieri und Olympiasieger Bobby Finke aus den USA. Diese Konkurrenz verspricht spannende Wettkämpfe, bei denen die Entscheidung wohl erst auf der 30. und damit letzten Bahn fallen wird.

Bei den deutschen Frauen liegt der Blick nach dem Rücktritt der Olympia-Dritten Sarah Wellbrock auf Vizeweltmeisterin Anna Elendt und Isabel Gose. Elendt, die in ihrer Wahlheimat Texas lebt und dort mit ihrer Konkurrentin Lydia Jacoby (USA) trainiert, geht in Fukuoka über alle drei Bruststrecken ins Rennen, Gose steht über 400, 800 und 1.500 Meter Freistil auf der Startliste. Auf einen Start über 200 Meter Freistil verzichtet die 21-Jährige zugunsten der längsten Beckenstrecke.

Das deutsche Team in Fukuoka

  • Anna Elendt: 50 m Brust, 100 m Brust, 200 m Brust, 4 x 100 m Lagen, 4 x 100 m Lagen mixed
  • Isabel Gose: 400 m Freistil, 800 m Freistil, 1.500 m Freistil, 4 x 200 m Freistil
  • Angelina Köhler: 50 m Schmetterling, 100 m Schmetterling, 4 x 100 m Lagen, 4 x 100 m Lagen mixed
  • Lisa-Marie Finger: 4 x 100 m Lagen
  • Laura Riedemann: 4 x 100 m Lagen
  • Nina Holt: 4 x 200 m Freistil
  • Leonie Kullmann: 4 x 200 m Freistil
  • Nele Schulze: 4 x 200 m Freistil
  • Florian Wellbrock: 800 m Freistil, 1.500 m Freistil
  • Lukas Märtens: 200 m Freistil, 400 m Freistil, 800 m Freistil, 1.500 m Freistil, 4 x 200 m Freistil
  • Rafael Miroslaw: 100 m Freistil, 200 m Freistil, 4 x 100 m Freistil, 4 x 200 m Freistil
  • Lucas Matzerath: 50 m Brust, 100 m Brust, 4 x 100 m Lagen
  • Oliver Klemet: 400 m Freistil
  • Ole Braunschweig: 50 m Rücken, 100 m Rücken, 4 x 100 m Lagen, 4 x 100 m Lagen mixed
  • Peter Varjasi: 50 m Freistil, 4 x 100 m Freistil
  • Joscha Salchow: 4 x 100 m Freistil, 4 x 200 m Freistil, 4 x 100 m Lagen, 4 x 100 m Lagen mixed
  • Timo Sorgius: 4 x 200 m Freistil
  • Eric Friese: 100 m Schmetterling, 4 x 100 m Lagen
  • Luca Nik Armbruster: 4 x 100 m Freistil

McIntosh vs. Titmus vs. Ledecky

Abseits der deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer liegt der Fokus der Wettkämpfe in Japan auf den internationalen Hochkarätern. War die Amerikanerin Katie Ledecky viele Jahre das Maß aller Dinge auf den langen Freistilstrecken, wächst Konkurrenz heran. Die junge Kanadierin Summer McIntosh hat in diesem Jahr ihre gute Form bewiesen, bei den nationalen Meisterschaften ihres Heimatlandes schwamm sie Weltrekord über 400 Meter Freistil und entthronte damit die Australierin Ariarne Titmus, die diese Bestmarke im Mai 2022 von Ledecky übernommen hatte. Superstar Ledecky wiederum schwamm erst vor wenigen Wochen ihre schnellsten 800 Meter Freistil seit Jahren. Bei der WM treffen die drei Schwimmerinnen im direkten Kräftemessen aufeinander.

Spannung versprechen auch die Sprints über 50 Meter Freistil mit Sarah Sjöström und Emma McKeown. Bei den Olympischen Spielen in Tokio krönte die Australierin sich zur besten Sprinterin, auf die WM 2022 verzichtete sie. Über 200 Meter Rücken kommt es zum Duell der letzten zwei Weltrekordhalterinnen. Olympiasiegerin und aktuelle Weltrekordhalterin Kaylee McKeown aus Australien trifft auf die Amerikanerin Regan Smith.

Internationale Stars fehlen

Zwei hochkarätige Athleten fehlen bei den Weltmeisterschaften in diesem Jahr. Während Brustspezialist Adam Peaty komplett auf die Qualifikation zu den Wettkämpfen verzichtete, um sich auf seine mentale Gesundheit zu fokussieren, gab US-Star Caeleb Dressel pünktlich zu den Trials sein Comeback. Seine Leistungen reichten im nationalen Vergleich jedoch nicht aus, um sich für das Nationalteam zu empfehlen.

Freuen darf man sich bei der WM dafür auf die 100 Meter Freistil mit Weltrekordhalter David Popovici. Oder auf die 400 Meter Lagen, wo die drei Top-Athleten Leon Marchand, Daiya Seto und Carson Foster mit ihren Jahresbestleistungen nur 0,34 Sekunden auseinander liegen. Alle Startlisten zu den Beckenwettkämpfen der Weltmeisterschaften gibt es hier.

Der Zeitplan der Beckenwettkämpfe bei der WM 2023

Fett: Vorläufe mit deutscher Beteiligung
VorläufabschnittFinalabschnitt
23. Juli 2023200 m Lagen Frauen
400 m Freistil Männer
100 m Schmetterling Frauen
50 m Schmetterling Männer
400 m Freistil Frauen
100 m Brust Männer
400 m Lagen Männer
4 x 100 m Freistil Frauen
4 x 100 m Freistil Männer
400 m Freistil Männer Finale
100 m Schmetterling Frauen Halbfinale
50 m Schmetterling Männer Halbfinale
400 m Freistil Frauen Finale
100 m Brust Männer Halbfinale
200 m Lagen Frauen Halbfinale
400 m Lagen Männer Finale
4 x 100 m Freistil Frauen Finale
4 x 100 m Freistil Männer Finale
24. Juli 2023100 m Rücken Frauen
100 m Rücken Männer
100 m Brust Frauen
200 m Freistil Männer
1.500 m Freistil Frauen
100 m Brust Männer Finale
100 m Schmetterling Frauen Finale
100 m Rücken Männer Halbfinale
100 m Brust Frauen Halbfinale
50 m Schmetterling Männer Finale
100 m Rücken Frauen Halbfinale
200 m Freistil Männer Halbfinale
200 m Lagen Frauen Finale
25. Juli 202350 m Brust Männer
200 m Freistil Frauen
200 m Schmetterling Männer
800 m Freistil Männer
200 m Freistil Männer Finale
1.500 m Freistil Frauen Finale
50 m Brust Männer Halbfinale
100 m Rücken Frauen Finale
100 m Rücken Männer Finale
200 m Freistil Frauen Halbfinale
200 m Schmetterling Männer Halbfinale
100 m Brust Frauen Finale
26. Juli 202350 m Rücken Frauen
100 m Freistil Männer
200 m Lagen Männer
200 m Schmetterling Frauen
4 x 100 m Lagen mixed
800 m Freistil Männer Finale
200 m Freistil Frauen Finale
100 m Freistil Männer Halbfinale
50 m Rücken Frauen Halbfinale
200 m Schmetterling Männer Finale
50 m Brust Männer Finale
200 m Schmetterling Frauen Halbfinale
200 m Lagen Männer Halbfinale
4 x 100 m Lagen mixed Finale
27. Juli 2023100 m Freistil Frauen
200 m Rücken Männer
200 m Brust Frauen
200 m Brust Männer
4 x 200 m Freistil Frauen
200 m Schmetterling Frauen Finale
100 m Freistil Frauen Halbfinale
100 m Freistil Männer Finale
50 m Rücken Frauen Finale
200 m Brust Männer Halbfinale
200 m Lagen Männer Finale
200 m Brust Frauen Halbfinale
200 m Rücken Männer Halbfinale
4 x 200 m Freistil Frauen Finale
28. Juli 2023100 m Schmetterling Männer
200 m Rücken Frauen
50 m Freistil Männer
50 m Schmetterling Frauen
4 x 200 m Freistil Männer
800 m Freistil Frauen
100 m Freistil Frauen Finale
100 m Schmetterling Männer Halbfinale
200 m Rücken Frauen Halbfinale
50 m Freistil Männer Halbfinale

200 m Brust Frauen Finale
200 m Rücken Männer Finale
50 m Schmetterling Frauen Halbfinale
200 m Brust Männer Finale
4 x 200 m Freistil Männer Finale
29. Juli 202350 m Freistil Frauen
50 m Rücken Männer
50 m Brust Frauen
4 x 100 m Freistil mixed
1.500 m Freistil Männer
50 m Schmetterling Frauen Finale
50 m Freistil Männer Finale
50 m Freistil Frauen Halbfinale
50 m Brust Frauen Halbfinale

100 m Schmetterling Männer Finale
200 m Rücken Frauen Finale
50 m Rücken Männer Halbfinale
800 m Freistil Frauen Finale
4 x 100 m Freistil mixed Finale
30. Juli 2023400 m Lagen Frauen
4 x 100 m Lagen Männer
4 x 100 m Lagen Frauen
50 m Rücken Männer Finale
50 m Brust Frauen Finale
1.500 m Freistil Männer Finale
50 m Freistil Frauen Finale
400 m Lagen Frauen Finale
4 x 100 m Lagen Männer Finale
4 x 100 m Lagen Frauen Finale
Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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