Schwimmbadnutzung 2021
Verein erstellt langfristiges Corona-Konzept

Wie geht es weiter? Die Schwimmhallen in Deutschland sind aktuell geschlossen. Ein Verein aus Nordrhein-Westfalen hat ein Konzept erstellt, wie Schwimmsport ab 2021 stattfinden könnte.

Nachdem im Sommer die meisten Schwimmbäder in Deutschland öffnen konnten, bleiben die Türen seit Anfang November für die Massen geschlossen. Bisher gibt es auch im zweiten Lockdown noch kein Konzept, wie es weiter gehen soll. Klar ist: Stand jetzt bleiben die Hallen mindestens bis 10. Januar geschlossen.

Der SC Steinhagen-Amshausen aus Ostwestfalen hat ein Konzept für eine verantwortungsvolle Schwimmbadnutzung erarbeitet, das als Diskussionsbasis dienen soll. Dabei betonen die Verantwortlichen, dass der Schutz vor einer Ansteckung oberste Priorität habe. Grundlage des Konzeptes sind unter anderem die Lageberichte des RKI, nach denen Schwimmbäder als Untergruppe von “Freizeit” nicht als wesentliche Infektionstreiber gelten. Außerdem betont das RKI in seinem Lagebericht, dass Kontaktnachverfolgungsmöglichkeiten in nachvollziehbaren Personengruppen wie Sportvereinen eher gegeben sind als in anonymen Gruppen. Eine weitere Grundlage ist eine Veröffentlichung des SV NRW. Demnach sei eine Virusübertragung im Chlorwasser praktisch unmöglich. Die feuchte Luft in der Schwimmhalle begünstige ein schnelleres Absinken von Aerosolen auf den Hallenboden, wo Viruspartikel durch das Chlorwasser deaktiviert würden. Außerdem schützten Schwimmer sich vor einer Ansteckung, da das Chlorwasser im Mund die Mundschleimhaut desinfiziere. Das Restrisiko ließe sich durch die Einhaltung klarer Regeln und Hygienevorgaben auf ein Minimum reduzieren. Auf Basis dieser Erkenntnisse kommen die Verfasser des Konzeptes zu dem Schluss, dass Schwimmsport, besonders im Vereinsbetrieb, unter Einhaltung der gegebenen Regeln ohne größere Risiken durchführbar sei. Nach Ansicht des SCSA ist der Vereinssport nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Im Vereinskontext sind alle Kontakte nachverfolgbar und werden die entsprechenden Regeln und Gebote umgesetzt, werden auch Kontaktintensitäten und -dauer reduziert. Außerdem finden so auch weniger Treffen im privaten Raum oder in der Stadt statt.

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Vorschlag mit Stufenkonzept

Vereinssport und besonders Schwimmen kann also dem Infektionsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen entgegenwirken. Dafür müssen aber die Richtlinien des Deutschen Schwimm-Verbandes und der Landesverbände berücksichtigt werden. Im Konzept werden die Schwimmbadbesucher in verschiedene Gruppen unterteilt. Eine Differenzierung findet demnach zwischen organisiertem Schwimmen im Verein und nicht organisiertem Freizeitschwimmen statt. Im Vereinsbetrieb lassen sich Abstandsregeln durch die Homogenität der Trainingsgruppen besser einhalten als im Freizeitbereich. Auch das Alter der Schwimmer spielt bei der Einteilung eine Rolle: Hier findet eine Trennung im Alter von zehn Jahren statt. Ältere Sportler seien oft sicherer im Umgang mit den geltenden Abstands- und Hygieneregeln und außerdem auch anfälliger für ungeregelte Treffen, bei denen eine Kontaktverfolgung nicht sichergestellt werden könne. In einem Stufenmodell sollen die verschiedenen Gruppen in Abhängigkeit der lokalen Indizes die Schwimmbäder nutzen dürfen.

Nutzbarkeitskonzept für Schwimmbäder (SC Steinhagen-Amshausen)

lokale 7-Tage-InzidenzSchulschwimmenVereinssport (Zehn Jahre und älter)Vereinssport (unter zehn Jahre)Freizeitschwimmen (Zehn Jahre und älter)Freizeitschwimmen (unter zehn Jahre)
über 400neinneinneinneinnein
über 200ja nein (wenn auch Einschränkungen im privaten Raum)neinneinnein
über 100jajaneinneinnein
über 50jajajajanein
über 35jajajajaja
0 - 35jajajajaja

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Der SC Steinhagen-Amshausen hat seinen Vorschlag an den DOSB, den Landessportbund NRW, den DSV und die lokalen Schwimmverbände in Nordrein-Westfalen und Ostwestfalen-Lippe gesandt. Auf seiner Homepage schreibt der SV NRW, er unterstütze den Konzeptvorschlag.

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2 Kommentare
  1. Anne Bertz

    Hoffentlich folgt eine Umsetzung ( Öffnung der Hallenbäder ),
    Wäre wünschenswert, dass nicht alle Sportstätten partout gleich behandelt werden, obwohl die infektions- Chancen so unterschiedlich sind.

    1. JaMa

      Nach diesem Plan dürften wir Freizeitschwimmer (Ältere, Kranke, Übergewichtige, Sportbegeisterte, Gesundheitsbewusste, Schwimmabhängige) nun endlich wieder schwimmen und unsere zugenommenen Pfunde wieder loswerden bzw. unsere eingerosteten Körper und unser Herz wieder stärken und unsere “körperliche Unversehrtheit” wieder herstellen. Ich träume davon!

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