Nach Missbrauchsvorwürfen
Staatsanwaltschaft beantragt Strafbefehl gegen ehemaligen Freiwasser-Bundestrainer

Neun Monate, nachdem mehrere Schwimmerinnen dem ehemaligen Freiwasser-Bundestrainer sexualisierte Gewalt vorwarfen, hat die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl beantragt.

Silke Insel / spomedis

Im Fall Stefan L. hat die Staatsanwaltschaft Würzburg Strafbefehl gegen den ehemaligen Freiwasser-Bundestrainer beantragt. Gegen den erfolgreichen Trainer war ermittelt worden, nachdem ihm mehrere Schwimmerinnen in einem Spiegel-Artikel im Februar Nötigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Nur wenige Stunden nach Erscheinen des Artikels war der Beschuldigte von seinem Amt zurückgetreten. Die Untersuchung der Vorwürfe sei inzwischen abgeschlossen, berichten unter anderem der Spiegel und der Bayerische Rundfunk (BR). Demnach prüfe das zuständige Amtsgericht Würzburg derzeit den Strafbefehl. Laut Main-Post hat die zuständige Richterin weitere Akten angefordert. Eine Entscheidung sei bisher nicht gefallen.

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Konkret geht es um zwei Fälle aus dem Zeitraum 2011/2012. Die Ermittler werfen dem Ex-Trainer sexuellen Missbrauch einer Schutzbefohlenen vor. Wie der BR berichtet, habe der heute 44-Jährige gegenüber der Staatsanwaltschaft gesagt, dass er sich an die Vorfälle nicht erinnere, sie aber auch nicht ausschließen könne. Deswegen würde er nun gestehen, “um dem Verfahren ein Ende zu bereiten.” Die genauen Tatvorwürfe wurden aus Opferschutzgründen nicht bekanntgegeben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung.

Andere Verfahren eingestellt

Weitere Verfahren, in denen es um Vorgänge aus den Jahren 2017 und 2020 ging, wurden eingestellt. Der Ex-Trainer bestritt die Vorwürfe, sodass in beiden Fällen Aussage gegen Aussage steht. Eine weitere Anzeige aus dem Jahr 2019 bezog sich auf einen möglichen Vorfall, der zum Zeitpunkt der Anzeige bereits verjährt war. Laut BR sprach die Betroffene nun noch einmal mit den Ermittlern, erhob dabei aber keine neuen Vorwürfe. Das erste Mal ins Visier der Ermittler war der Beschuldigte im Jahr 2010 geraten. Damals hatte ihm eine 15-jährige Schwimmerin sexuelle Nötigung und Vergewaltigung vorgeworfen. Die Schwimmerin hatte die Vorwürfe später zum größten Teil zurückgezogen, das Verfahren wurde nach einem privaten Täter-Opfer-Ausgleich gegen Geldzahlung eingestellt.

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