"Äußerst besorgt über den Krieg in der Ukraine"
Schwimmverbände stellen sich gegen Russland

Nach anfänglichem Zögern hat der Weltschwimmverband Fina beschlossen, keine Wettkämpfe in Russland zu veranstalten. Auch der DSV zieht Konsequenzen.

dreamstime.com (Dmitry Shirinkin)

Nach anfänglichem Zögern haben sich die Verantwortlichen des Schwimm-Weltverbands Fina dazu entschlossen, vorerst keine Wettkampfveranstaltungen in Russland auszutragen. “Die FINA ist nach wie vor äußerst besorgt über den anhaltenden Krieg in der Ukraine”, hieß es am Sonntag in einer Pressemitteilung. Als erste Konsequenz hat der Verband die Junioren-Weltmeisterschaften abgesagt, die im August in Kasan stattfinden sollten. “Die FINA wird auch künftig keine Veranstaltungen in Russland abhalten, wenn diese schwere Krise anhält”, heißt es in dem Statement weiter. Zuvor waren bereits Wasserball- und Synchronschwimmveranstaltungen in Russland abgesagt worden.

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Keine Wettkämpfe und Trainingslager in Russland

Offen ist damit weiterhin, ob die Kurzbahn-Weltmeisterschaften im Dezember in Kasan stattfinden werden. Sollte sich die Situation bis dahin nicht beruhigen, wird auf jeden Fall keine deutsche Mannschaft an den Wettkämpfen teilnehmen. Das machte DSV-Präsident Marco Troll klar. “Solange dieser Kriegszustand herrscht, ist es undenkbar, dass der DSV Mannschaften dorthin entsendet.” Bereits am Freitag beschloss der DSV, im Kriegsgebiet und in Russland keine Wettkämpfe oder Trainingsmaßnahmen zu absolvieren. “Die Werte des Sports, der schon immer für ein friedliches Miteinander steht, werden mit dieser gewalttätigen Okkupation mit Füßen getreten. Unsere Gedanken sind in diesen schwierigen Zeiten bei den Menschen in der Ukraine, von denen einige auch für unsere Sportler*innen längst zu guten Freunden geworden sind”, erklärte Troll. “Dass Wladimir Putin als Ehrengast bei den Olympischen Spielen in Peking weilte und währenddessen Kriegsvorbereitungen vorangetrieben wurden, sollte auch auf sportpolitischer Ebene zu Konsequenzen führen.”

Forderung nach Suspendierung

Sportliche Konsequenzen fordert auch der ukrainische Schwimmverband. In einem Brief an die Fina forderten sie am Sonntag, Russland die Kurzbahn-Weltmeisterschaften und die Junioren-Weltmeisterschaften zu entziehen. Zwar habe die Fina einige Veranstaltungen in Russland abgesagt, sich aber nicht dazu verpflichtet, dies auch später im Jahr zu tun. “Der Schwimmverband der Ukraine fordert die Fina und die internationale Wassersportgemeinschaft auf, Russland unverzüglich von allen Wassersportarten zu suspendieren, bis ihre Regierung die militärische Aggression gegen die Ukraine beendet”, heißt es in dem Schreiben des Verbands weiter.

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Auch andere Sportverbände haben bereits ihre Konsequenzen gezogen. Die UEFA verlegte das Champions League Finale von St. Petersburg nach Paris, die Formel 1 sagte das Grand-Prix-Rennen im September in Sotchi ab und der FC Schalke 04 beendete die Zusammenarbeit mit seinem Sponsor, dem russischen Gazprom-Konzern.

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