Über einen Sieg konnte Lukas Märtens bei den China Open nicht jubeln, trotzdem sackte der 400-Meter-Olympiasieger ein stolzes Salär ein.
Dreimal ging Lukas Märtens bei dem international topbesetzten Meeting in Shenzhen an den Start, dreimal musste er sich Chinas Ausnahmetalent Zhang Zhanshuo geschlagen geben. Nach Platz zwei über 200 Meter Freistil zum Auftakt des viertägigen Events, schlug der Olympiasieger aus Magdeburg auch über 400 und 800 Meter Freistil hinter dem 18-Jährigen an. Bei Prämien von 10.000 US-Dollar für Platz eins, 8.000 US-Dollar für Platz zwei und 6.000 US-Dollar für Platz drei bedeuteten das für Märtens zusammen 24.000 US-Dollar für drei Rennen. Zusammen mit der Antrittsgage von 20.000 US-Dollar kann man wohl sagen: Finanziell hat sich die China-Reise für Lukas Märtens definitiv gelohnt.
20,88 Sekunden: McEvoy knackt in China 17 Jahre alten Weltrekord
China Open: Lukas Märtens verliert Duell über 200 Meter Freistil.
Sportlich demonstrierte der 24-Jährige, dass mit ihm spätestens beim Jahreshöhepunkt, den Europameisterschaften in Paris, wieder gerechnet werden muss. Den Wettkampf in China absolvierte Märtens direkt im Anschluss an ein Höhentrainingslager. Mit Zeiten von 1:45,22 Minuten, 3:43,04 Minuten über 400 und 7:46,97 Minuten über 200, 400 und 800 Meter Freistil kam Märtens jeweils knapp hinter Junioren-Weltrekordler Zhanshuo ins Ziel und kletterte in der Weltrangliste auf vordere Positionen.
„Ich verliere ungern“
In einem vom Deutschen Schwimm-Verband verbreiteten Statement zeigte sich der Schwimmstar zufrieden. „Das waren schon ganz gute Rennen“, sagte Märtens. „Aber ich verliere nun mal sehr ungern. Der Chinese war hier wirklich top drauf und vor eigenem Publikum natürlich auch richtig heiß, diesmal hatte ich gegen ihn einfach nicht genug im Tank.“
In den nächsten Wochen absolviert Märtens einen wahren Wettkampfmarathon mit Starts in Stockholm (9.–12. April), Bergen (17.–19. April) und bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin (23.–26. April). Dann könnten sich die Effekte aus dem Höhentrainingslager noch stärker zeigen. Zur Erinnerung: Seinen 400-Meter-Weltrekord (3:39,96 min) stellte Märtens vor einem Jahr ebenfalls im April in Stockholm auf.
China lädt zahlreiche Stars nach Shenzhen
Insgesamt entpuppten sich die China Open mit zahlreichen Hochkarätern nicht nur wegen des 50-Meter-Weltrekords von Cameron McEvoy als erstes Highlight des Jahres. Die Organisatoren scheuten keine Kosten, um ihre eigenen Top-Athleten gegen internationale Stars wie Regan Smith, Gretchen Walsh, Kate Douglass, Jack Alexy (alle USA), Kyle Chalmers, Cameron McEvoy, Lani Pallister, Mollie O‘Callaghan (alle Australien), Thomas Ceccon (Italien), Noè Ponti (Schweiz) oder Arno Kamminga (Niederlande) antreten zu lassen. In einer Saison ohne Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele sind Events mit Top-Athleten von allen Kontinenten rar gesät.
Übrigens: Auch der russische Weltrekordler Kliment Kolesnikov ging in Shenzhen an den Start. Über 100 Meter Rücken blieb der 25-Jährige im B-Finale in 55,11 Sekunden mehr als drei Sekunden über seiner Bestzeit.