Schwimmbäder nächste Woche dicht? | Bund schlägt neue Corona-Maßnahmen vor

Bei den Beratungen von Kanzlerin Merkel und den Länderchefs über weitere Corona-Schutzmaßnahmen geht es heute auch um den Amateursport. Der Bund plant, das öffentliche Leben herunterzufahren.

Den Schwimmerinnen und Schwimmern in Deutschland droht eine zweite Corona-Zwangspause. Wie aus einer Beschlussvorlage der Bundesregierung hervorgeht, schlägt die Regierung neben weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie die vorübergehende Schließung aller Freizeiteinrichtungen ab dem 4. November vor. Davon betroffen wären auch Sportanlagen, Schwimmbäder und Freizeitbäder. Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Vorlage heute Mittag mit den 16 Ministerpräsidenten diskutieren. Anschließend sollen die beschlossenen Maßnahmen bekanntgegeben werden.

Die Bundesregierung sieht sich angesichts exponentiell steigender Corona-Infektionszahlen zu drastischen Mitteln gezwungen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen dazu beitragen, “durch eine erhebliche Reduzierung der Kontakte in der Bevölkerung insgesamt das Infektionsgeschehen aufzuhalten und die Zahl der Neuinfektionen wieder in die nachverfolgbare Größenordnung von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu senken.” Die Maßnahmen sollen zunächst befristet vom 4. November bis zum Ende des Monats gelten. Nach zwei Wochen würde die Kanzlerin erneut mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder beraten. Im Frühjahr waren die Schwimmbäder von März bis mindestens Mitte Mai geschlossen.

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Der Vorchlag der Bundesregierung (Punkt 5) im Wortlaut:

“Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören
a. Theater, Opern, Konzerthäuser, und ähnliche Einrichtungen
b. Messen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen
c. Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen
d. der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern,
e. Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen.”

Auch wenn die Infektionszahlen in Deutschland bisher unter denen der Nachbarländer liegen, will die Bundesregierung frühzeitig handeln. Ziel sei es, “die Infektionsdynamik zu unterbrechen, damit in der Weihnachtszeit keine weitreichenden Beschränkungen im Hinblick auf persönliche Kontakte und wirtschaftliche Tätigkeit erforderlich sind”, heißt es in der Vorlage. Dazu bedürfe es wie schon im Frühjahr einer gemeinsamen Anstrengung.

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2 Kommentare
  1. Erika Zimmerling

    Ich kenne keinen der sich im Wasser angesteckt hat.
    Wenn eine Schwimmhalle mit einem Bordell oder eine Bar verglichen wird,dann ist das schon schlimm.
    Wir sind beim Rehasport 10 Personen in einem 30 Quadratmeter Becken.

    1. Frank Wechsel

      Ich kenne auch niemanden, der sich in einem Bordell angesteckt hat. Kontakte minimieren heißt auch, sich selbst zurückzunehmen – so schwer es auch fallen mag.

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