Dienstag, 23. April 2024

Para-Schwimmen | Medaillen zum WM-Auftakt

Das deutsche Team im Para-Schwimmer misst sich bei der WM in Manchester mit den Besten der Welt. An den ersten zwei Wettkampftagen hagelte es bereits Medaillen.

Ralf Kuckuck Taliso Engel schwamm über 100 Meter Brust zu seinem dritten WM-Titel.

Seit zwei Tagen finden im britischen Manchester die Para-Weltmeisterschaften im Schwimmen statt. Aus Deutschland geht eine 13-köpfige Mannschaft an den Start. Schon an den ersten beiden Wettkampftagen trumpfte das Team mit drei Gold-, zwei Silbermedaillen und einem dritten Platz ordentlich auf.

Das dritte WM-Gold nach 2019 und 2022 über seine Paradestrecke 100 Meter Brust sicherte sich Paralympicssieger Taliso Engel. Im Finale ließ der 21-Jährige der Konkurrenz seiner Startklasse SB13 in 1:03,26 Sekunden keine Chance und schlug 1,9 Sekunden vor Nurdaulet Zhumagali aus Kasachstan an. Platz drei ging an David Henry Abrahams aus den USA (1:05,55 Minuten). „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Vor allem mit der Zeit – damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Engel nach seinem Rennen. Die bisherige Saison lief für ihn nicht optimal, Anfang des Jahres hatte Engel mit einer schweren Mittelohrentzündung zu kämpfen, durch die er auf einem Ohr noch immer nichts hört. Deswegen bedeute ihm diese Goldmedaille „nochmal mehr“ als seine anderen WM-Titel.

Zwei Titel in 18 Minuten

Grund zur Freude hatte auch Tanja Scholz am zweiten WM-Tag. Und das gleich doppelt. 18 Minuten, nachdem die 39-Jährige sich in 1:22,18 Minuten zur 100-Meter-Freistil Weltmeisterin der Startklasse S4 gekrönt hatte, stand schon das nächste Finale an. Über 150 Meter Lagen in der Startklasse SM3 ließ Scholz die Konkurrenz mehr als zehn Sekunden hinter sich zurück und gewann in 2:53,18 Minuten WM-Gold. „Meine Arme haben gebrannt wie Feuer“, sagte die frisch gebackene Doppelweltmeisterin nach ihrem zweiten Rennen. Eine weitere Medaille für das deutsche Team gab es am Dienstag über 100 Meter Freistil. Während Scholz sich über ihren Sieg freute, schwamm Gina Böttcher im gleichen Rennen auf den dritten Platz. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, weil ich letzte Woche noch krank war“, sagte die Potsdamerin. Nach 1:30,31 Minuten durfte sie sich über ihre erste WM-Medaille freuen.

Zweimal Silber für das deutsche Team

Zwei zweite Plätze gab es für die deutsche Mannschaft schon am ersten WM-Tag zu feiern. In deutscher Rekordzeit in der Startklasse SB9 verteidigte Maurice Wetekam seinen zweiten Platz der WM aus dem vergangenen Jahr über 100 Meter Brust, 1:08,89 Minuten benötigte der 17-Jährige für die Strecke. An der Wende noch auf Rang vier, kämpfte er sich auf der zweiten Bahn nach vorne und musste nur dem Italiener Stefano Raimondi (1:06,36 Minuten) den Vortritt lassen.

Überraschendes WM-Silber erschwamm Scholz über ihre Nebenstrecke 50 Meter Brust (Startklasse SB2). „Ich kann das gar nicht glauben, das ist unfassbar!“, freute sie sich nach 1:07,44 Minuten. Knapp an einer Medaille vorbei schwamm Verena Schott über 100 Meter Rücken. 17 Hundertstel fehlten am Ende zu Bronze.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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