Moesha Johnson schwimmt in „neues Zeitalter“ | Lea Boy mit starker Taktik Dritte in Soma Bay

In einem von unterschiedlicher Taktik geprägten Rennen schwimmt Lea Boy mit einer couragierten Leistung aufs Podium.

World Aquatics Lea Boy kommt als Dritte ins Ziel.

Freiwasserschwimmerin Lea Boy ist mit einer Podiumsplatzierung in die neue Weltcupsaison gestartet. Die Würzburgerin kam beim denkwürdigen 10-Kilometer-Rennen im ägyptischen Soma Bay nach 1:59:23,30 Stunden als Dritte ins Ziel. Fast eine Minute schneller war Siegerin Moesha Johnson aus Australien, die mit ihrer offensiven Taktik für ein außergewöhnliches Rennen sorgte. Auf Platz zwei schwamm die WM-Silbermedaillengewinnerin Ginevra Taddeucci aus Italien. Leonie Märtens als 13. und Fabienne Wenske als 18. komplettierten das deutsche Abschneiden in Nordafrika.

Im Stream von World Aquatics überschlugen sich der Kommentator und die Expertin förmlich in ihrer Begeisterung. Beide wurden nicht müde, von einem „historischen“ Rennen und einem „neuen Zeitalter des Freiwasserschwimmens“ zu sprechen. Schuld daran war Johnson, die von Beginn an ein unerwartet hartes Tempo anschlug und das Feld schon in der ersten Runde auseinanderriss.

Einen solchen Rennverlauf hat es laut den Kommentatoren bisher auf Spitzenniveau nicht gegeben. Normalerweise laufen die Rennen bei den Frauen nach demselben Schema ab: Die Top-Favoritinnen bleiben bis kurz vor dem Ziel zusammen, erst dann kommt es zu ernsten Attacken. Am Ende setzen sich die Besten fast immer im Sprint einer Spitzengruppe durch. Auch bei den Männern sehen viele Rennen so aus. Erst Florian Wellbrock brachte mit seinen Solos eine neue Dynamik ins Spiel.

Außergewöhnlicher Rennverlauf

Diesmal lief es anders. Schon nach wenigen Minuten schwammen die Athletinnen nicht mehr im Pulk, sondern aufgereiht wie an einer Perlenkette – ein untrügliches Zeichen für hohes Tempo. Johnson, die von DSV-Bundestrainer Bernd Berkhahn betreut wird, gab die Pace vor und brachte schon bald einige Meter zwischen sich und den Rest, nur Leonie Märtens ging anfangs noch mit. Als Taddeucci merkte, was läuft, erhöhte die Italienerin die Zugfrequenz, um irgendwie an die enteilte Johnson einzuholen. Das gelang ihr und in der Reihenfolge Johnson, Taddeucci, Märtens sicherte sich das Trio die 1.000, 700 und 300 US-Dollar für die Sprintwertung nach der ersten Runde.

Hat sich Johnson verzockt?

Danach konnte oder wollte Märtens das Tempo nicht mehr mitgehen und die Magdeburgerin fiel zurück. Dafür drehte Lea Boy jetzt auf. Die Würzburgerin, nach der ersten Runde etwa zehn Sekunden zurück, machte Zentimeter um Zentimeter gut. Geduldig hielt sie ihr Tempo und widerstand dem Drang, die Lücke mit einem energischen Zwischensprint zu schließen.

So dauerte es eine ganze 1.666-Meter-Runde, bis die Weltmeisterin von 2022 die zwei Führenden erreichte. Dort setzte sich die 26-Jährige sofort in Taddeuccis Wasserschatten, wobei sie stets etwas mehr Abstand hielt als die Italienerin zur Führenden. Immer wieder sah es aus, als würde Boy jetzt distanziert werden, doch sie blieb bis zur Schlussrunde dran.

Kurz wirkte es in der vierten und fünften Runde, als könnte sogar die große Gruppe der Verfolgerinnen noch eine Rolle im Kampf um den Sieg spielen. Der Vorsprung schmolz. Hatten sich Johnson, Taddeucci und Boy etwa verzockt? Nein! Johnson beschleunigte wie Wellbrock im Rennen der Männer etwa einen Kilometer vor dem Ziel. Als zuerst Boy und dann Taddeucci zurückfielen, waren die Podiumsplätze vergeben.

10-km-Weltcup | Endergebnis Frauen

am 27. März 2026 in Soma Bay (Ägypten)
PlatzNameZeit
1Moesha Johnson (Australien)58:26,1
2Ginevra Taddeucci (Italien)48,6
3Lea Boy (Deutschland) 57,2
4Maria de Valdes (Spanien)+ 1:05,2
5Bettina Fabian (Ungarn)+ 1:51,6
6Lisa Pou (Monaco)+ 1:56,0
7Viktoria Mihalyvari-Farkas (Ungarn)+ 1:58,5
8Angela Martinez Guillen (Spanien)+ 3:13,9
9Linda Caponi (Italien)+ 3:17,8
10Barbara Pozzobon (Italien)+ 3:22,2
13Leonie Märtens (Deutschland) + 4:33,1
32Fabienne Wenske (Deutschland) + 4:57,2

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Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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