Der Magdeburger Stadtrat hat die Sanierung der Elbe-Schwimmhalle beschlossen. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, müssen Olympiasieger Lukas Märtens und Co. jedoch weiter improvisieren. Wie die Übergangslösung konkret aussehen soll, ist noch offen.
Seit mehr als einem halben Jahr können Magdeburgs Spitzenschwimmer um Olympiasieger Lukas Märtens nicht mehr in ihrer angestammten Trainingsstätte ins Wasser. Nachdem das Dach der Elbe-Schwimmhalle wegen gravierender Schäden als einsturzgefährdet eingestuft worden war, wurde die Halle Ende vergangenen Jahres kurzfristig geschlossen. Das Team von Bundestrainer Bernd Berkhahn musste sich innerhalb weniger Tage eine neue Trainingsstätte suchen.
Seither trainieren Märtens, Florian Wellbrock, Isabel Gose, Oliver Klemet und Moesha Johnson in einer kleineren Schwimmhalle im Stadtteil Diesdorf – sofern sie sich nicht, wie derzeit, im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada befinden. Die Bedingungen bei Deutschlands Olympiahoffnungen sind alles andere als optimal: In Diesdorf teilen sich die Weltklasseschwimmer die Wasserzeiten mit Vereinen, Schulklassen und Freizeitschwimmern.
Sanierung des Dachs beschlossen
Nun gibt es zumindest einen ersten Schritt in Richtung Normalität. Der Magdeburger Stadtrat hat beschlossen, das Dach der Elbe-Schwimmhalle mit einem zusätzlichen Traggerüst zu sichern. Rund fünf Millionen Euro sollen dafür investiert werden, berichtet der MDR. Konkrete Baupläne sollen bis November vorliegen, die Wiedereröffnung ist allerdings erst für August 2027 vorgesehen. Bis dahin bleibt die Trainingssituation für die Spitzenschwimmer ungewiss.
„Für uns ist es wichtig, dass wir eine stabile Lösung finden – bis 2028. Wir haben die Weltmeisterschaften 2027 vor uns, die bereits Qualifikation für die Olympischen Spiele sind. Und dann kommen die Olympischen Spiele 2028“, betonte Bundestrainer Bernd Berkhahn.
Nationales Leistungszentrum kommt 2029
Als Übergangslösungen wurden zuletzt zwei Varianten diskutiert: ein temporäres 50-Meter-Edelstahlbecken in einer Messehalle oder eine Traglufthalle über dem Erich-Rademacher-Freibad. Beide Modelle fanden im Stadtrat jedoch keine Mehrheit. Wie die Weltklasseschwimmer die Zeit bis zur Wiedereröffnung der Elbe-Schwimmhalle überbrücken sollen, ist deshalb weiterhin offen.
Hoffnung bereitet den Magdeburger Athleten allenfalls die Aussicht auf das neue nationale Leistungszentrum, das allerdings erst im Sommer 2029 und damit nach den Olympischen Spielen in Los Angeles fertig werden soll. Geplant ist eine moderne Schwimmhalle mit Strömungskanal und Diagnostikbereich neben der GETEC-Arena. Die Gesamtkosten werden auf rund 51 Millionen Euro geschätzt, wobei der Bund 45 Prozent der Finanzierung übernehmen soll. Den Rest tragen die Stadt und das Land Sachsen-Anhalt.