Die Kanadierin Summer McIntosh hat den ältesten Frauen-Weltrekord im Schwimmsport ausgelöscht. Über 200 Meter Schmetterling unterbot die 19-Jährige in 2:01,65 Minuten die fast 17 Jahre alte Bestmarke der Chinesin Liu Zige – und beendete damit endgültig die Ära der Wunderanzüge.
Es war der Rekord, der ihr am meisten bedeutete. Bei den kanadischen WM-Trials in Montreal schwamm Summer McIntosh die 200 Meter Schmetterling in 2:01,65 Minuten und verbesserte damit die Weltrekordzeit von Liu Zige (China) um 16 Hundertstelsekunden. Die bisherige Bestmarke von 2:01,81 Minuten stammte aus dem Jahr 2009 – jener Saison, in der Hightech-Ganzkörperanzüge für eine Flut von Weltrekorden sorgten, bevor sie zum 1. Januar 2010 verboten wurden.
Was ihr der Rekord bedeutet, war bei der letzten WM in Singapur deutlich geworden, als McIntosh mit einer emotionalen Reaktion für einen bemerkenswerten Moment sorgte. In der Sekunde, in der sie über 200 Meter Schmetterling ihr drittes Gold perfekt machte, fluchte sie vor sich hin und sah alles andere als happy aus. Der Grund: Zwar gewann die damals 18-Jährige Gold, in 2:01,99 Minuten verpasste sie aber ihr noch größeres Ziel – den Weltrekord von Zige – um 18 Hundertstelsekunden.
Diesmal ging McIntosh die ersten 50 Meter etwas langsamer an als in Singapur, dafür schwamm sie die nächsten drei Bahnen jeweils schneller. So lag sie nach der Hälfte noch knapp über Weltrekordkurs, doch auf den letzten 100 Metern drehte sie auf und fing die virtuelle Bestmarke noch ab. Im Ziel schlug sie fast neun Sekunden vor der zweitplatzierten Mary-Sophie Harvey an.
Splitvergleich
Singapur 2025: 27,22 s ; 31,19 s ; 31,59 s ; 31,99 s = 2:01,99 min (100 m: 58,41 s)
Montreal 2026: 27,45 s ; 30,76 s ; 31,52 s ; 31,92 s = 2:01,65 min (100 m: 58,21 s)
Liu Zige 2009: 27,19 s ; 29,89 s ; 32,12 s ; 31,79 s = 2:01,65 min (100 m: 58,08 s)
Mit dem Erfolg hält McIntosh nun vier Langbahn-Weltrekorde über 200 Meter Schmetterling, 400 Meter Freistil sowie 200 und 400 Meter Lagen und damit mehr als jede andere Schwimmerin. Die dreimalige Olympiasiegerin von Paris zählt trotz ihrer erst 19 Jahre längst zu den dominierenden Schwimmerinnen ihrer Generation. Nach dem Rennen zeigte sie sich sichtlich bewegt. Den Schmetterlingsrekord habe sie selbst lange für unerreichbar gehalten. Umso größer sei die Bedeutung dieses Moments.