Jetzt noch ins Freiwasser? | Die Alternative zur geschlossenen Halle

Wenn die Schwimmhallen dicht sind, bleibt als Alternative nur das Freiwasser. Doch geht das überhaupt noch im November?

Die Schwimmhallen sind wegen Corona zu, doch immer müht sich der Herbst redlich um gutes Wetter: Viele Schwimmer fragen sich jetzt, ob sie ihre nach der ersten Zwangspause wieder antrainierte Form nicht durch ein paar Einheiten im Freiwasser in den Dezember retten können. Bei Lufttemperaturen bis 20 Grad Celsius in den letzten Tagen ist die Idee keineswegs abwegig. Und auch das Wasser hat derzeit überall noch deutlich zweistellige Temperaturen zu bieten. Mit diesen Tipps überstehen Sie den November-Lockdown.

1. Pro und Contra abwägen
Was spricht für den Gang ins Freiwasser und was dagegen? Klar, das Wasser ist kalt. Das ist für viele der dickste Minuspunkt. Aber ansonsten spricht bis auf ein schwaches Herz und ein paar andere Krankheiten eigentlich nichts gegen eine erfrischende November-Runde im nächsten See. Auf der Pro-Seite dagegen stehen eine Stärkung des Immunsystems und das wohl wichtigste Argument: Sie können schwimmen!

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Martin Tschepe Eine Schwimmboje leistet im Freiwasser gute Dienste.

2. Kaltwasser-Gewöhnung
Der menschliche Organismus ist anpassungsfähig. Mit etwas Zeit und Disziplin kann sich jeder Warmduscher in einen Winterschwimmer verwandeln. Der beste Tipp: Einfach immer draußen schwimmen. Wer im Sommer jede Woche im Freiwasser unterwegs ist, bekommt die Temperaturveränderung im Herbst und im Spätherbst fast gar nicht mit. Oder anders: Wer bei 20 Grad draußen schwimmt, schwimmt auch bei 19 Grad. Und wer 19 Grad aushält, hat auch mit 18 Grad kein Problem und so weiter. Der zweite Tipp lautet: kalt duschen. Am besten täglich und so lange und so kalt wie möglich.

Lewis Pugh schwimmt in der Antarctis, um auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen.
K. Trautman Es geht auch extremer: Der Brite Lewis Pugh schwimmt in der Antarktis, um auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen.

3. Ausrüstung
Wer jetzt noch mit dem Freiwasserschwimmen starten möchte, sollte eventuell auf einen Neoprenanzug zurückgreifen, sonst wird es ziemlich tough. Eine Schande ist die wärmende Gummipelle nicht, da darf man sich von “echten” Eis- und Winterschwimmern in den Sozialen Medien nicht irre machen lassen. Zusätzlich zum Neo kann eine Neoprenhaube helfen, den Kopf warm zu halten. Wird es noch kälter, leisten auch Neoprensocken und Neopren-Handschuhe gute Dienste. Neuester Schrei beim Umziehen am See ist ein flauschig-weicher Poncho. Der bieten Sichtschutz und mollige Wärme nach dem Schwimmen.

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4. Sicherheit
Ganz ungefährlich ist das Schwimmen fernab vom Beckenrand oder Ufer weder im Sommer noch im Winter. Deswegen gelten auch jetzt die gleichen Sicherheitsempfehlungen wie in der Hochsaison: Nie allein, nicht zu weit draußen und niemals an die eigenen Grenzen gehen. Um die Sichtbarkeit zu verbessern, sollte unbedingt eine Badekappe in Signalfarbe getragen werden. Optimalerweise ist man zusätzlich mit einer Schwimmboje unterwegs. Die ist gut zu sehen, bietet im Notfall etwas zum Festhalten und hat häufig ein wasserdichtes Fach für das Handy oder den Autoschlüssel.

5. Und hinterher?
Bei den aktuellen Wassertemperaturen sollte es reichen, wenn man sich nach dem Schwimmen schnell abtrocknet und rasch etwas Warmes anzieht. Mütze dabei nicht vergessen! Eisschwimmer genießen bei ihren Wettkämpfen auch gern ein warmes Bad in der Badewanne. Wer allerdings stark zittert oder gar unterkühlt ist, sollte es langsam angehen und sich nach und nach Aufwärmen.

Wer im November Blut leckt, kann auch danach weiterschwimmen. Überall in Deutschland gibt es Communitys, deren Mitglieder mehrmals in der Woche dem Winterschwimmen nachgehen und auch Wettkämpfe bis 1.000 Meter organisieren. Oft sind die Sportler auf Facebook gut vernetzt.

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